Sieh, dort sinket schon ein Haus!
Und hier auch! Nun muß man eilen!
Laß uns noch die Flasche teilen!
Hurtig! Hurtig! trink doch aus!
Das Leben
Sechs Tage kannt ich sie,
Und liebte sie sechs Tage.
Am siebenten erblaßte sie,
Dem ersten meiner ewgen Klage.
Noch leb ich, zauderndes Geschick!
Ein pflanzengleiches Leben.
O Himmel, ist für den kein Glück,
Dem du Gefühl und Herz gegeben!
Oh! nimm dem Körper Wärm und Blut,
Dem du die Seele schon genommen!
Hier, wo ich wein, und wo sie ruht,
Hier laß den Tod auf mich herab gebeten kommen!
Was hilft es, daß er meine Jahre
Bis zu des Nestors Alter spare?
Ich habe, trotz der grauen Haare,
Womit ich dann zur Grube fahre,
Sechs Tage nur geliebt,
Sechs Tage nur gelebt.
Das Paradies
Sein Glück für einen Apfel geben,
O Adam, welche Lüsternheit!
Statt deiner hätt ich sollen leben,
So wär das Paradies noch heut.—
Wie aber, wenn alsdann die Traube
Die Probefrucht gewesen wär?
Wie da, mein Freund?—Ei nun, ich glaube—
Das Paradies wär auch nicht mehr.
Das Schäferleben
Komm Freund! wir wollen Schäfer werden.
Dies stille Volk besitzet noch
Die süße Ruh, das Glück der Erden.
Was zauderst du? Komm Freund! komm doch!
Dort blüht bei aufgeräumten Sinnen
Noch alte Treu und Redlichkeit,
Auch in den schönsten Schäferinnen.
Dort, dort ist noch die güldne Zeit.
Wird dir es schwer, die Stadt zu lassen,
Wo nichts als falsche Mägdchen sind?
Bedenke, Phyllis will mich hassen,
Das flatterhafte böse Kind.
Auch Phyllis kann die Treue brechen,
Und windet sich aus meiner Hand.
Ja, diese Falschheit muß ich rächen.
Komm mit! Ich geh ins Schäferland.