Werner Und ich habe Sie gesucht, Herr Major; so geht's mit dem Suchen.—Ich bringe Ihnen gar eine gute Nachricht.

Tellheim
Ah, ich brauche jetzt nicht deine Nachrichten: ich brauche dein Geld.
Geschwind, Werner, gib mir, soviel du hast; und denn suche so viel
aufzubringen, als du kannst.

Werner Herr Major?—Nun, bei meiner armen Seele, habe ich's doch gesagt: er wird Geld von mir borgen, wenn er selber welches zu verleihen hat.

Tellheim
Du suchst doch nicht Ausflüchte?

Werner
Damit ich ihm nichts vorzuwerfen habe, so nimmt er mir's mit der
Rechten und gibt mir's mit der Linken wieder.

Tellheim Halte mich nicht auf, Werner!—Ich habe den guten Willen, dir es wiederzugeben, aber wenn und wie?—Das weiß Gott!

Werner
Sie wissen es also noch nicht, daß die Hofstaatskasse Ordre hat, Ihnen
Ihre Gelder zu bezahlen? Eben erfuhr ich es bei—

Tellheim Was plauderst du? Was lässest du dir weismachen? Begreifst du denn nicht, daß, wenn es wahr wäre, ich es doch wohl am ersten wissen müßte?—Kurz, Werner, Geld! Geld!

Werner Je nu, mit Freuden! hier ist was!—das sind die hundert Louisdor und das die hundert Dukaten. / (gibt ihm beides.)

Tellheim Die hundert Louisdor, Werner, geh und bringe Justen. Er soll sogleich den Ring wieder einlösen, den er heute früh versetzt hat.—Aber wo wirst du mehr hernehmen, Werner?—Ich brauche weit mehr.