Tellheim
Sie besitzen.
Fräulein
Halten Sie!
Tellheim Fräulein, er ist unfehlbar zerrissen, wenn Sie nicht bald sich anders erklären.—Alsdann wollen wir doch sehen, was Sie noch wider mich einzuwenden haben!
Fräulein Wie? In diesem Tone?—So soll ich, so muß ich in meinen eigenen Augen verächtlich werden? Nimmermehr! Es ist eine nichtswürdige Kreatur, die sich nicht schämet, ihr ganzes Glück der blinden Zärtlichkeit eines Mannes zu verdanken!
Tellheim
Falsch, grundfalsch!
Fräulein
Wollen Sie es wagen, Ihre eigene Rede in meinem Munde zu schelten?
Tellheim Sophistin! So entehrt sich das schwächere Geschlecht durch alles, was dem stärkern nicht ansteht? So soll sich der Mann alles erlauben, was dem Weibe geziemet? Welches bestimmte die Natur zur Stütze des andern?
Fräulein Beruhigen Sie sich, Tellheim!—Ich werde nicht ganz ohne Schutz sein, wenn ich schon die Ehre des Ihrigen ausschlagen muß. So viel muß mir immer noch werden, als die Not erfordert. Ich habe mich bei unserm Gesandten melden lassen. Er will mich noch heute sprechen. Hoffentlich wird er sich meiner annehmen. Die Zeit verfließt. Erlauben Sie, Herr Major—
Tellheim
Ich werde Sie begleiten, gnädiges Fräulein.—
Fräulein
Nicht doch, Herr Major, lassen Sie mich—