Wirt
Mit dem es zu Ende geht.—
Fräulein
Desto schlimmer! Es soll ein sehr verdienter Mann sein.
Wirt
Ich sage Ihnen ja, daß er abgedankt ist.
Fräulein
Der König kann nicht alle verdiente Männer kennen.
Wirt
O gewiß, er kennt sie, er kennt sie alle.—
Fräulein
So kann er sie nicht alle belohnen.
Wirt Sie wären alle belohnt, wenn sie darnach gelebt hätten. Aber so lebten die Herren während des Krieges, als ob ewig Krieg bleiben würde; als ob das Dein und Mein ewig aufgehoben sein würde. Jetzt liegen alle Wirtshäuser und Gasthöfe von ihnen voll, und ein Wirt hat sich wohl mit ihnen in acht zu nehmen. Ich bin mit diesem noch so ziemlich weggekommen. Hatte er gleich kein Geld mehr, so hatte er doch noch Geldeswert, und zwei, drei Monate hätte ich ihn freilich noch ruhig können sitzen lassen. Doch besser ist besser.—Apropos, gnädiges Fräulein; Sie verstehen sich doch auf Juwelen?—
Fräulein
Nicht sonderlich.
Wirt Was sollten Ihro Gnaden nicht?—Ich muß Ihnen einen Ring zeigen, einen kostbaren Ring. Zwar gnädiges Fräulein haben da auch einen sehr schönen am Finger, und je mehr ich ihn betrachte, je mehr muß ich mich wundern, daß er dem meinigen so ähnlich ist.—Oh! sehen Sie doch, sehen Sie doch! (Indem er ihn aus dem Futteral herausnimmt und dem Fräulein zureicht.) Welch ein Feuer! der mittelste Brillant allein wiegt über fünf Karat.
Fräulein (ihn betrachtend). Wo bin ich? Was seh ich? Dieser Ring—