Mellefont. Die Liebe? Frevlerin! Du entheiligest Namen, die nur der
Tugend geweiht sind!
Norton (fährt fort). "Sie hat noch mehr getan—"
Mellefont. Ich bebe—
Norton. "Sie hat mich Ihnen nachgebracht—"
Mellefont. Verräter, was liest du? (Er reißt ihm den Brief aus der Hand und liest selbst.) "Sie hat mich Ihnen—nachgebracht.—Ich bin hier; und es stehet bei Ihnen—ob Sie meinen Besuch erwarten—oder mir mit dem Ihrigen—zuvorkommen wollen. Marwood."—Was für ein Donnerschlag! Sie ist hier?—Wo ist sie? Diese Frechheit soll sie mit dem Leben büßen.
Norton. Mit dem Leben? Es wird ihr einen Blick kosten, und Sie liegen wieder zu ihren Füßen. Bedenken Sie, was Sie tun! Sie müssen sie nicht sprechen, oder das Unglück Ihrer armen Miß ist vollkommen.
Mellefont. Ich Unglücklicher!—Nein, ich muß sie sprechen. Sie würde mich bis in dem Zimmer der Sara suchen und alle ihre Wut gegen diese Unschuldige auslassen.
Norton. Aber, mein Herr—
Mellefont. Sage nichts!—Laß sehen, (indem er in den Brief sieht) ob sie ihre Wohnung angezeigt hat. Hier ist sie. Komm, führe mich.
(Sie gehen ab.)