Sara. Was für Reden!—Mellefont, liebster Mellefont—
Mellefont. Das letzte "liebster Mellefont" aus diesem göttlichen Munde, und dann ewig nicht mehr! Zu Ihren Füßen, Sara—(Indem er sich niederwirft)—Aber was will ich zu Ihren Füßen? (und wieder aufspringt.) Entdecken? Ich Ihnen entdecken?—Ja, ich will Ihnen entdecken, Miß, daß Sie mich hassen werden, daß Sie mich hassen müssen. —Sie sollen den Inhalt nicht erfahren; nein, von mir nicht!—Aber Sie werden ihn erfahren.—Sie werden—Was steht ihr noch hier, müßig und angeheftet? Lauf, Norton, bring alle Ärzte zusammen! Suche Hilfe, Betty! Laß die Hilfe so wirksam sein als deinen Irrtum!—Nein! bleibt hier! Ich gehe selbst.—
Sara. Wohin, Mellefont? Nach was für Hilfe! Von welchem Irrtume reden Sie?
Mellefont. Göttliche Hilfe, Sara; oder unmenschliche Rache!—Sie sind verloren, liebste Miß! Auch ich bin verloren!—Daß die Welt mit uns verloren wäre!—
Sechster Auftritt
Sara, Norton. Betty.
Sara. Er ist weg?—Ich bin verloren? Was will er damit? Verstehest du ihn, Norton?—Ich bin krank, sehr krank; aber setze das Äußerste, daß ich sterben müsse: bin ich darum verloren? Und was will er denn mit dir, arme Betty?—Du ringst die Hände? Betrübe dich nicht; du hast ihn gewiß nicht beleidiget; er wird sich wieder besinnen.—Hätte er mir doch gefolgt und den Zettel nicht gelesen! Er konnte es ja wohl denken, daß er das letzte Gift der Marwood enthalten müsse.—
Betty. Welche schreckliche Vermutung!—Nein; es kann nicht sein; ich glaube es nicht.—
Norton (welcher nach der Szene zu gegangen). Der alte Bediente Ihres
Vaters, Miß—
Sara. Laß ihn hereinkommen, Norton!