Nathan und Daja.

Daja. Oh, alles herrlich! alles auserlesen!
Oh, alles—wie nur Ihr es geben könnt.
Wo wird der Silberstoff mit goldnen Ranken
Gemacht? Was kostet er?—Das nenn ich noch
Ein Brautkleid! Keine Königin verlangt
Es besser.

Nathan. Brautkleid? Warum Brautkleid eben?

Daja.
Je nun! Ihr dachtet daran freilich nicht,
Als Ihr ihn kauftet.—Aber wahrlich, Nathan,
Der und kein andrer muß es sein! Er ist
Zum Brautkleid wie bestellt. Der weiße Grund;
Ein Bild der Unschuld: und die goldnen Ströme,
Die allerorten diesen Grund durchschlängeln;
Ein Bild des Reichtums. Seht Ihr? Allerliebst!

Nathan.
Was witzelst du mir da? Von wessen Brautkleid
Sinnbilderst du mir so gelehrt?—Bist du
Denn Braut?

Daja. Ich?

Nathan. Nun wer denn?

Daja. Ich?—lieber Gott!

Nathan.
Wer denn? Von wessen Brautkleid sprichst du denn?
Das alles ist ja dein, und keiner andern.

Daja.
Ist mein? Soll mein sein?—Ist für Recha nicht?