Klosterbruder.
Wär's sonst gehorchen, lieber Herr?
Tempelherr. (Daß doch
Die Einfalt immer Recht behält!)—Ihr dürft
Mir doch auch wohl vertrauen, wer mich gern
Genauer kennen möchte?—Daß Ihr's selbst
Nicht seid, will ich wohl schwören.
Klosterbruder. Ziemte mir's?
Und frommte mir's?
Tempelherr. Wem ziemt und frommt es denn,
Daß er so neubegierig ist? Wem denn?
Klosterbruder.
Dem Patriarchen; muß ich glauben.—Denn
Der sandte mich Euch nach.
Tempelherr. Der Patriarch?
Kennt der das rote Kreuz auf weißem Mantel
Nicht besser?
Klosterbruder. Kenn ja ich's!
Tempelherr. Nun, Bruder? nun?—
Ich bin ein Tempelherr; und ein gefangner.—
Setz ich hinzu: gefangen bei Tebnin,
Der Burg, die mit des Stillstands letzter Stunde
Wir gern erstiegen hätten, um sodann
Auf Sidon loszugehn;—setz ich hinzu:
Selbzwanzigster gefangen und allein
Vom Saladin begnadiget: so weiß
Der Patriarch, was er zu wissen braucht;
Mehr, als er braucht.
Klosterbruder. Wohl aber schwerlich mehr,
Als er schon weiß.—Er wüßt' auch gern, warum
Der Herr vom Saladin begnadigt worden;
Er ganz allein.
Tempelherr. Weiß ich das selber?—Schon
Den Hals entblößt, kniet' ich auf meinem Mantel,
Den Streich erwartend: als mich schärfer Saladin
Ins Auge faßt, mir näher springt, und winkt.
Man hebt mich auf; ich bin entfesselt; will
Ihm danken; seh sein Aug' in Tränen: stumm
Ist er, bin ich; er geht, ich bleibe.—Wie
Nun das zusammenhängt, enträtsle sich
Der Patriarche selbst.