Klosterbruder. Muß doch wohl! Denn—sagt
Der Patriarch—an diesem Briefchen sei
Der ganzen Christenheit sehr viel gelegen.
Dies Briefchen wohl bestellt zu haben,—sagt
Der Patriarch,—werd einst im Himmel Gott
Mit einer ganz besondern Krone lohnen.
Und dieser Krone,—sagt der Patriarch,
Sei niemand würd'ger, als mein Herr.

Tempelherr. Als ich?

Klosterbruder.
Denn diese Krone zu verdienen,—sagt
Der Patriarch,—sei schwerlich jemand auch
Geschickter, als mein Herr.

Tempelherr. Als ich?

Klosterbruder. Er sei
Hier frei; könn' überall sich hier besehn;
Versteh', wie eine Stadt zu stürmen und
Zu schirmen; könne,—sagt der Patriarch,—
Die Stärk' und Schwäche der von Saladin
Neu aufgeführten, innern, zweiten Mauer
Am besten schätzen, sie am deutlichsten
Den Streitern Gottes,—sagt der Patriarch,—
Beschreiben.

Tempelherr. Guter Bruder, wenn ich doch
Nun auch des Briefchens nähern Inhalt wüßte.

Klosterbruder.
Ja den,—den weiß ich nun wohl nicht so recht.
Das Briefchen aber ist an König Philipp.—
Der Patriarch… Ich hab mich oft gewundert,
Wie doch ein Heiliger, der sonst so ganz
Im Himmel lebt, zugleich so unterrichtet
Von Dingen dieser Welt zu sein herab
Sich lassen kann. Es muß ihm sauer werden.

Tempelherr.
Nun dann? der Patriarch?

Klosterbruder. Weiß ganz genau,
Ganz zuverlässig, wie und wo, wie stark,
Von welcher Seite Saladin, im Fall
Es völlig wieder losgeht, seinen Feldzug
Eröffnen wird.

Tempelherr. Das weiß er?