Aridäus. Was hör' ich?
Strato. So war es Vorsatz, Prinz?—Aber als unser Gefangener hattest du kein Recht über dich selbst.
Philotas. Sage das nicht, Strato!—Sollte die Freiheit zu sterben, die uns die Götter in allen Umständen des Lebens gelassen haben, sollte diese ein Mensch dem andern verkümmern können?—
Strato. O König!—Das Schrecken hat ihn versteinert!—König!
Aridäus. Wer ruft?
Strato. König!
Aridäus. Schweig!
Strato. Der Krieg ist aus, König!
Aridäus. Aus? Das leugst du, Strato!—Der Krieg ist nicht aus, Prinz! —Stirb nur! stirb! Aber nimm das mit, nimm den quälenden Gedanken mit: Als ein wahrer unerfahrner Knabe hast du geglaubt, daß die Väter alle von einer Art, alle von der weichlichen, weiblichen Art deines Vaters sind.—Sie sind es nicht alle! Ich bin es nicht! Was liegt mir an meinem Sohne? Und denkst du, daß er nicht ebensowohl zum Besten seines Vaters sterben kann, als du zum Besten des deinigen?—Er sterbe! Auch sein Tod erspare mir das schimpfliche Lösegeld!—Strato, ich bin nun verwaiset, ich armer Mann!—Du hast einen Sohn; er sei der meinige!—Denn einen Sohn muß man doch haben.—Glücklicher Strato!
Philotas. Noch lebt auch dein Sohn, König! Und wird leben! Ich hör' es!