Hier hatte sie nun volle Muße, Betrachtungen über die vielen Wiederwärtigkeiten, die ihr begegnet waren, anzustellen. Sie befand sich an einem Ort, wo ihr alles zu Befehl stehen sollte, wo sie aber leider nichts mehr zu sagen hatte. Man erwies ihr zwar einige Ehrenbezeigungen; allein mit weniger Achtung und mit vieler Nachläßigheit. Stündlich beweinte sie die Härte ihrer Leiden, den Tod des Dauphins und den ihres Vaters, des Grafen von Hennegau, und verwünschte ihre unglüklichen Ehen mit den Herzogen von Brabant und von Glocester. Vielfältige Betrachtungen machte sie über das schändliche Verfahren der Päbste, und alle andern Ereigniße, die sie in den Abgrund des Verderbens gestürzt hatten. Aller ihrer Vorrechte beraubt, unvermögend die geringsten Bedürfniße befriedigen zu können, verachtet in ihren eigenen Staaten, und unterdrükt von einem Fürsten, der ihr Blutsfreund war — was muste sie bei ihrer erhabenen Denkungsart nicht alle dabei empfinden? Sie fühlte noch zärtliche Regungen für den untreuen Herzog von Glocester, die zu tiefe Wurzeln gefaßt hatten, als daß sie so leicht hätten können ausgerottet werden; und man konnte in Wahrheit von ihr sagen; daß das schönste, geistigste und anmuthigste Frauenzimmer, das aller elendste auf Erden war, worüber der Herzog von Burgund frohlokte. Ihr elender Zustand rührte die Gräfin von Hennegau, ihre Mutter, auf keine Weise; und die von Degre, die nicht unterlies übertriebene und nachtheilige Erzählungen und Lügen von ihr auszustreuen, spottete sie allerwegen aus. Dieses alles aber verhinderte nicht, daß ihr die Liebe in ihrem Schicksal neue Prüfungen zubereitete. Der von Borselle hatte sie verschiedenemalen angetroffen, da sie ihrem kummervollen Herzen durch eine Tränenfluth Luft zu machen gesucht hatte. Nichts erhebt die Schönheit eines Frauenzimmers mehr, als traurige Blicke; und wer nur die geringste Anlage zu zärtlichen Empfindungen hat, der kann unmöglich ein liebenswürdiges Frauenzimmer im Kummer sehen ohne Mittleiden zu fühlen und ohne von ihren Reizen gerührt zu werden. So gieng es auch dem von Borselle; und ob er gleich dem Herzog von Burgund sein ganzes Glük zu verdanken hatte, so sahe er doch denselben von Stund an wie seinen ärgsten Feind an, und lies sich in seinen zärtlichen Regungen für Jacobinen nicht irre machen.

Anfangs betrachtete Jacobine Borsellens gefälliges Betragen als Wirkungen der Großmuth und des Mittleidens; sie wurde aber bald gewahr, daß er aus ganz andern Empfindungen handele. Selbst die Climberge, die noch immer Jacobinens Vertraute war, bemerkte es und unterredete sich ohne weitern Zwang darüber mit ihr. Wie? antwortete ihr Jacobine, wirst du nach dem allem, was mir begegnet ist, noch thörigt genug sein, mir von neuen Liebhabern zu sprechen? Ist Borsellens Rang und Geburt nicht weit unter der meinigen? und wenn er mich redlicher und treuer wie die vorigen liebte, würdest du ihn würdig genug halten, drei angesehenen Fürsten in dem Ehebete zu folgen. Ich weiß wohl, erwiederte die Climberge, daß er nicht von so hoher Abkunft ist, demohnerachtet ist er doch aus edlem Blut entsproßen, liebenswürdig wegen seiner angebohrnen Anmuth, über die Maßen großmüthig, und eifrigst beflissen, Ihnen zu dienen. Können Sie versichert sein, ob nicht ihm die Ehre, Sie zu befreien, und der Ruhm, Sie glüklich zu machen, vorbehalten ist? — He! Wer hat dir denn gesagt, fuhr Jacobine fort, daß er mir so geneigt ist? Kanst du ihm ins Herz sehen oder hat er dir sein Geheimnis offenbahret? Man darf nur Augen haben, erwiederte die Climberge, um dergleichen Bemerkung zu machen; denn entweder giebt es keine wahre Verliebte, oder Sie haben dem von Borselle die heftigste Leidenschaft eingeflößt. In diesem Fall, antwortete Jacobine, da eben Borselle zur Thür herein tratt, würde er zu bedauern sein. Da er ziemlich schüchtern und bleich aussahe, seine Blicke auch zärtlich und ehrerbietig waren, so bestättigte dieses Climbergens Aussage vollkommen. Jacobine erröthete bei seinem Anblik, und, um ihre Verwirrung zu verbergen, nahm sie ein erkünsteltes Lächeln an. Sie werden schlechten Dank bei dem Herzog von Burgund verdienen, sagte sie zu ihm, daß sie eine arme Gefangene, die alle, welche einiges Mitleiden für sie blicken laßen, mit ins Unglük stürzet, besuchen. Wenn Sie die Gewogenheit und des Zutrauens eines mißtrauischen Gebieters fernerhin theilhaftig sein wollen, so behandeln Sie mich nicht zu edelmüthig. Ich gebe Ihnen die aufrichtige Versicherung, daß ich mit den, mir schon erzeigten Gefälligkeiten vollkommen zufrieden bin, und Ihnen dafür ewig verbunden sein werde. — Madame! antwortete Borselle, Sie sind mir auf keine Weiße Verbindlichkeit schuldig; und wenn gleich Ihre Gütigkeit meine gute Meinung dahin rechnen wollte, so ist bei derselben mein Unvermögen so groß, daß ich mich darüber schämen muß. Sie sind ganz ohne Fehler und demohnerachtet sind Sie unglüklich. — Sie sind zu ausschweifend in Ihrer Höflichkeit, unterbrach ihn Jacobine; denn von strengern Richtern würde ich nicht so vortheilhaft beurtheilet werden. Wißen Sie nicht, welche ärgerliche Gerüchte man von mir ausgestreuet hat, und auf welche, meiner Ehre nachtheilige Weiße man von mir spricht? Dieses habe ich der christlichen Liebe der Päbste zu verdanken; diese wollten mich vermuthlich durch dergleichen grausame Demüthigungen zur strengeren Buße anhalten. Die Päbste, erwiederte Borselle, waren von jeher die Geisseln rechtschaffener Menschen. Welche Lästerzunge darf sich wohl erfrechen, Ihnen ein Vergehen anzudichten. Was? weil Männer undankbar und unsinnig genug gewesen waren, Ihnen mit Verachtung zu begegnen, will man Sie ihre Verbrechen entgelten laßen? Ich behaupte vor der ganzen Welt, daß, wenn jemand unfehlbar ist, Sie es gewiß sind. — Ha! Borselle, erwiederte Jacobine, Ihre Nachsicht ist übertrieben; ich laße mir selbst Gerechtigkeit wiederfahren und gestehe freimüthig, daß ich zu unvorsichtig gehandelt habe. Um aber das Gespräch von meinen Angelegenheiten abzubrechen, bitte ich Sie, mir die Ursache Ihrer Traurigkeit und Verlegenheit zu sagen. Sollte ich etwa noch unglüklich genug sein, Ihnen Verdruß zu verursachen, und sollte das traurige Verhängniß, daß mich überall verfolget, auch Einfluß auf Sie haben? — Sie allein Madame! erwiederte er, verursachen unschuldiger Weise die Gemüthsruhe, die sie an mir bemerken; denn meine Liebe ist so gränzenlos, daß ich die Hochachtung, die ich Ihnen schuldig bin, darüber auf die Seite setze. Ihre Reitze, durch Leiden erhöhet, sind vermögend, die härtesten Seelen zu rühren; wie kann also die meinige, die von ganz anderer Beschaffenheit ist, ohne Empfindung sein? Ich sage dieses mit keiner unbedachtsamen Verlegenheit; denn ich weiß den Unterschied, der zwischen uns ist, sowohl in Ansehung der Geburt als des Standes, nur zu gut, dieserwegen ist dennoch meine Liebe nicht weniger heftig. Erzürnen Sie sich nicht über einen Unglücklichen, den die Stärke der Leidenschaft hinreißt, durch diese Erklärung seinem beklemmten Herzen Luft zu schaffen. Obgleich dieser große Unterschied zwischen uns ist, indem Sie des Glüks eines der ersten Königen theilhaftig sein sollten, vermindert diese Betrachtung dennoch meine empfindsame Leidenschaft nicht. — Borselle! antwortete Jacobine, ich habe Sie ungestört reden laßen, weil mit Ihre unvermuthete Erklärung die Sprache benommen hat. Ohne Ihnen die Anmerkung, die Sie selbst in Ansehung des Unterschieds unseres Standes gemacht haben, nochmals zu wiederholen, wird es genug sein, Ihnen zur Betrachtung zu geben, daß alle dergleichen Leidenschaften, die ich unglüklicher Weise schon eingeflößt habe, gleich nach ihrer Entstehung verschwunden sind, daß man mir, nur mich beßer betrügen zu können, geschmeichelt hat, und daß, anstatt daß man mir hätte Treue und Versprechen halten sollen; es vielmehr scheinet, als ob mein Herz und meine Hand vergiftet wären; denn so bald ich deren Besiz eingeräumet habe, wurden solche gleich verachtet und verschmähet, ohne zu gedenken, daß ich unglüklich genug war, meinem ersten Gemal den Tod zum Brautschaz mit zu bringen. Wenn es also wirklich an dem ist, daß meine geringen Reize, die niemand mehr unglüklich machen sollen, Sie beunruhiget haben, so nützen Sie diese Betrachtungen, Ihre aufkeimende Leidenschaft zu unterdrücken, und vermehren Sie mein Elend nicht durch Ihr eigenes Leiden. — Ich würde, erwiederte Borselle, wenn es in meinem Vermögen stünde, Ihnen gehorchen; allein eine Leidenschaft, die so heftig wie die meinige ist, läßt sich nicht bezwingen Sein Sie vielmehr versichert, Madame! daß sie von ewiger Dauer sein wird. Nur der Tod kann mir solche rauben, und ich weiß nicht ob sie mir nicht noch jenseit des Grabes folgen wird. Ah! welcher Unterschied ist in der Liebe, zwischen den hohen Ungetreuen, die Sie verrathen haben und dem unglüklichen Borselle? Warum kann die Geburt seine Leidenschaft nicht rechtfertigen, und warum hat er keine Kronen zu Ihren Füßen zu legen? — Sie haben, erwiederte Jacobine, gute Eigenschaften genug, die zu Ihrem Vortheil sprechen; aber um des Himmels willen dringen Sie weiter nicht in mich, und überlegen Sie, daß ich schon unglüklich genug war. Hierauf lenkte sie das Gespräch auf andere Gegenstände; und Borselle der nun einmal den Schritt, der manchen Liebhaber in Verlegenheit setzet, gemacht hatte, sezte vor jezt nicht weiter in sie.

Von diesem Tag an verdoppelte er seinen Fleiß und seine Sorgfalt, Jacobinen gefällig zu sein. Der Herzog von Burgund, der sie so vest gebunden hatte, war auf Borsellens Betragen wenig aufmerksam. Dies günstige Uebersehen verknüpfte diesen Umgang bald sehr eng. Die Climberge, der ihr gezwungener Aufenthalt in Bergen unerträglich wurde, legte Borsellens unbedeutenste Handlungen großen Werth bei. Ja! Madame, sagte sie zu ihrer Gebieterin, weil man Sie noch nicht wirklich geliebt hat, wird es Ihnen um so viel süßer sein, nach Ihren Verdiensten geliebt zu werden. Hat nicht schon der Himmel Ihre treulosen Gemale bestraft? Der Herzog von Brabant ist in der Blüte seiner Jahre gestorben, und der Herzog von Glocester hat sich durch seine Verbindung mit einer entehrten Person, ganz Europas Verachtung zugezogen, und Sie mit Aufopferung seiner eigenen Ehre gerächet. Borsellens Beständigkeit in der Liebe wird diese Rache vermehren. Wollten Sie lieber in den Feßeln, die Ihnen der Herzog von Burgund angelegt hat, schmachten, als das Glük eines verdienstvollen Mannes befördern? Man hat Ihnen unbillige Geseze vorgeschrieben, denen Sie sich zu unterwerfen nicht verbunden sind. Wenn Sie durch Borsellens Tapferkeit wieder in Ihre Gerechtsame werden eingesezt sein, haben Sie alsdann nicht Würde und Hoheit, die ihn dem grösten Fürsten gleich stellen, mit ihm zu theilen? Er ist von edler Geburt, und seine Thaten machen ihn ehrwürdig. Sollten Ihnen dieses nicht Beweggründe genug sein? — Spreche! unterbrach sie Jacobine, spreche immerfort und leite mich aus einem Irrweg in den andern: weil es deine und meine Bestimmung ist. Ich sollte die Liebhaber und Ehemänner mehr als den Tod fürchten, und doch höre ich dir gelaßen zu; ja! ich weiß nicht, ob du mich nicht noch gar überreden wirst. Gefährliche Freundin! Warum hast du mich in meinem Unglük allerwegen begleitet? Glaubst du, daß deine Beharrlichkeit mir nachtheiliger als der andern Treulosigkeit ist? Wie ich in London ankam, war ich wenig geneigt zu thun, was ich nachher gethan habe; Du allein warst schuld an der Thorheit, die ich begieng, jezt willst du mir eine weit größere zumuthen, und am Ende werde ich mich mehr über dich, als über die von Degre zu beklagen haben.

Während Jacobine in einem Strom von Unruhen dahin schwamm, sahe Borselle, der wirklich und aufrichtig liebte, wohl ein, daß er ihr nicht verhaßt war; er sezte daher so anhaltend in sie, daß es ihm glükte das lezte Geständnis von ihr zu erhalten. Er hatte Jacobinens wegen außerordentlich große Ausgaben gemacht. Denn zu der Zeit, da sie an allem Mangel litte, sezte er sie in Ueberfluß. Er trat geheime Vorkehrungen, die des Herzogs von Burgund seine vereiteln sollten, und heirathete Jacobinen mit der zu diesem Unternehmen nöthigen Behutsamkeit und erforderlichem Geheimniß. Die Climberge, der Descaillon und zwei vertraute Freunde des Borselle, waren die einzigen, die dieser Handlung beigewohnt hatten; das neue Paar war aber dieserwegen nicht wenig glüklich. Sicher ist es, daß Borsellens Liebe, statt zu erkalten, täglich zunahm; denn es schien, als ob die Zeit ihr neue Kräfte gäbe. Allein Borselle konnte nicht länger unthätig bleiben; er hatte zu viel Muth, das Interesse einer Person, die alles für ihn aufgeopfert hatte, zu vernachläßigen. Er muste sich daher von ihr entfernen. Schreklich war für beide dieses nothwendige Scheiden, das auf die beweglichste Weise, mit Versicherung ewiger Liebe, erfolgte.

Man wurde bald gewahr, daß Borselle Jacobinens Angelegenheiten wegen in Bewegung war. Es dauerte nicht lang, so wurde der Herzog von Burgund davon benachrichtiget; und ob gleich das Ehebündniß sehr geheim gehalten war, erfuhr er es doch auch gar bald. Da er einer der stolzesten rachsüchtigsten Fürsten war, geriet er bei dieser Nachricht in die gröste Wuth. Hundert Eilboten wurden mit dem Befehl abgefertiget, sich des Borsellens zu bemächtigen, der sich zu sehr auf seinen Muth verlaßen, und sich mit seiner geringen Anzahl Leute zu viel gewagt hatte, gefangen genommen und in die Hände seines Feindes geliefert wurde.

Der Herzog von Burgund, der nun seiner Beute gesichert war, wollte die strengste Rache ausüben. Er befahl zu dem Ende, Borsellens Prozes zu beschleunigen. Bis zur Wuth gegen Jacobinen, die ihn so hintergangen hatte, aufgebracht, wollte er ihr das Schiksal, das ihrem Gemal bevorstand, selbst ankündigen. Sie können nun auf den fünften Gemal bedacht sein, sagte er zu ihr; denn ich gebe Ihnen mein Wort, daß ich Sie in einigen Tagen der Mühe überheben werde, den Scheide-Brief Ihres vortreflichen Ehebündnißes mit dem Borselle, von Rom aus kommen zu laßen. Ein Scharfrichter wird hier die Stelle des Hohenpriesters vertreten, und Ihnen diese Erlaubniß verschaffen. Denn ich glaube nicht, daß Sie mich feig genug halten werden, dergleichen grobe Beleidigungen ungestraft zu laßen. Ganz unvergleichliche Ehre haben Sie den Baierischen und Burgundischen Häusern erwießen, daß Sie ihr Blut mit dem eines elenden Kriegers vermischt haben, der nur meiner Gnade, das was er ist, zu verdanken hat, und der nun bald dem Volk zum Schauspiel und den Raben zur Speise dienen wird. Schämen Sie sich nicht, nach so erniedrigenden Ausschweifungen, noch das Tageslicht anzuschauen? Der Herzog von Brabant that klug daran, daß er die Gesellschaft einer Frau, wie Sie sind, mied; und der Herzog von Glocester hat recht gehabt, Ihnen ein geschändetes Mädchen vorzuziehen.

Er würde ihr noch mehr Unangenehmes gesagt haben, wenn es sein Zorn zugelaßen hätte. Jacobine hörte ihm schmerzlich bestürzt zu; aber da er sie so erniedrigend behandelte, konnte sie nicht länger an sich halten. Mit trotzigem Blik sagte sie zu ihm: Ob Sie mir gleich im gebieterischen Ton sprechen, so sind Sie deßwegen noch lange nicht befugt, mir Geseze vorzuschreiben; und es macht Ihnen eben keine große Ehre, daß Sie sich mein Unvermögen und Unglük zu nutz machen. Welches Recht haben Sie, mir meine Güter zu rauben und mich zur Sclavin zu machen? Ja! ich habe den Borselle geheirathet, und wenn etwas vermögend wäre, mich es bereuen zu laßen, so wären es die Leiden, die ich ihm dadurch zugezogen habe. Schwärzen Sie sich immer damit, daß Sie ihn Ihrem Ehrgeiz aufopfern. Es wird das Maaß Ihrer Ungerechtigkeiten voll, und Sie vollends abscheuungswürdig machen. — Ja! Ja! antwortete der Herzog, ich werde der Nachkommenschaft ein Beispiel geben; denn man soll nicht von mir sagen, daß ich einen Menschen, der die ersten Häuser Europens beschimpfet hat, ungestraft laße. Hierauf entfernte er sich, und verließ die erschrokene Jacobine im tiefsten Schmerz versenkt.

So leicht als er es wollte glauben machen, war es doch dem Herzog von Burgund nicht, den Borselle seiner Rache aufzuopfern. Dieser Edelmann war durchgehends geachtet und beliebt, auch war Jacobine in den Jahren, in welchen sie von ihrem Thun und Laßen keine Rechenschaft mehr zu geben hatte. Es war leicht einzusehen, daß nur die Furcht Jacobine möchte Leibeserben bekommen, den Herzog zu diesem blutgierigen Entschluß reizte. Da nun Jacobine dieß alles wohl überlegte, war sie minder in Verlegenheit.[N]