Baronesse Gilleton, die Freundin Petrizkiys, in einem lilafarbenen Atlaskleid prunkend und mit geschminktem blonden Gesicht, wie ein Kanarienvogel das ganze Zimmer mit ihrem Pariser Französisch erfüllend, saß vor einem großen, runden Tische und kochte Kaffee. Petrizkiy im Paletot und der Rottmeister Kamerowskiy in voller Uniform, wahrscheinlich vom Dienst gekommen, saßen um sie herum.
„Bravo, Wronskiy!“ schrie Petrizkiy, aufspringend und mit dem Stuhle aufdonnernd. „Der Herr selbst! Baronesse, Kaffee aus einem frischen Kessel! Den hatten wir nicht erwartet! Ich hoffe du bist zufrieden mit der Verschönerung deines Kabinetts!“ sagte er dann, auf die Baronesse zeigend. „Ihr kennt euch ja wohl?“
„Warum nicht?“ antwortete Wronskiy, heiter lächelnd und die kleine Hand der Baronesse drückend; „nicht so, ich bin ein alter Freund?“
„Sobald Ihr im Hause seid, von der Reise gekommen, muß ich weichen. In dieser Minute will ich mich entfernen, wenn ich störe!“
„Ihr seid zu Hause dort, wo Ihr Euch besinnet, Baronesse,“ versetzte Wronskiy. „Sei gegrüßt, Kamerowskiy,“ fügte er hinzu, diesem kalt die Hand reichend.
„Ihr würdet wohl nie verstehen, Euch so angenehm auszudrücken,“ wandte sich die Baronesse an Petrizkiy.
„Bitte! Weshalb? Nach einem Essen spreche ich auch nicht schlechter!“
„Ja; nach einem Essen ist es keine Kunst! Nun, ich will Euch aber Kaffee geben, kommt, wascht Euch und kleidet Euch um,“ sagte die Baronesse, sich wieder setzend und sorglich den Hahn am neuen Kaffeekessel drehend.
„Peter, gebt den Kaffee!“ wandte sie sich an Petrizkiy, den sie kurzweg Pjor nannte nach seinen Familiennamen und ohne ihre familiären Beziehungen zu ihm zu verbergen. „Ich will das übrige hinzuthun!“
„Ihr werdet die Sache nur verderben.“