Errötend neigte sie sich ihm entgegen, erwartend, daß er sie küssen solle, aber er strich nur über ihr Haar und sprach:

„Diese dummen Chignons! Bis zu unseren eigenen Töchtern dringen wir gar nicht durch, sondern man liebkost nur die Haare gestorbener Weiber. Nun, Dollinka,“ wandte er sich hierauf an seine älteste Tochter, „was macht denn dein Trumpfaß?“

„Nichts, Papa,“ antwortete Dolly, recht wohl verstehend, daß sich die Worte des Vaters auf ihren Gatten bezogen. „Er ist meist fern von Hause, und ich sehe ihn fast nie,“ konnte sie nicht umhin, mit sarkastischem Lächeln hinzuzufügen.

„Nun; ist er denn noch nicht auf das Land gefahren, um seinen Wald zu verkaufen?“

„Nein; er ist immer noch erst im Begriff dazu.“

„So, so,“ antwortete der Fürst, „dann werde ich mich wohl auch noch einmal vorbereiten müssen?“ Er nahm neben seinem Weibe Platz. „Und du Kity,“ fügte er hinzu, sich an seine jüngste Tochter wendend, „du wirst hoffentlich eines schönen Tages erwachen und dann lachend zu dir selber sagen, „ah, ich bin doch völlig gesund und heiter, jetzt wollen wir wieder mit Papa gehen und die Frühpromenade mit ihm in der Morgenkälte machen? Nicht so?“

Es schien das, was der Vater sagte, so einfach zu sein, aber Kity geriet dabei in Verwirrung, wie ein überführter Sünder.

„Ja, er weiß alles, er versteht alles und sagt mir mit diesen Worten, daß man, auch wenn dies schimpflich ist, seine Schmach überleben solle.“

Sie vermochte nicht, sich ein Herz zu fassen und eine Erwiderung zu finden. Sie wollte etwas sagen, brach aber in Thränen aus und verließ schnell das Gemach.

„Da hast du deine Scherze!“ rief die Fürstin ihrem Gatten zu; „du bist stets die Ursache zu derartigen Scenen;“ begann sie vorwurfsvoll.