Die Dame des Hauses setzte sich an den Samowar und entledigte sich der Handschuhe. Die Stühle mit Hilfe geräuschlos thätiger Diener heranbewegend, setzte sich die Gesellschaft, in zwei Teile geteilt, nämlich am Samowar bei der Dame des Hauses und am entgegengesetzten Ende des Saals, bei der schönen Gattin eines Gesandten, in schwarzem Sammet und mit scharfen, schwarzen Brauen.

Das Gespräch in den beiden Gruppen schwankte, wie gewöhnlich während der ersten Minuten, durch den Eintritt neu Ankommender, durch Begrüßungen, durch das Anbieten des Thees unterbrochen; es war, als suche man ein Thema, bei welchem man verweilen könnte.

„Sie ist ungewöhnlich hübsch als Schauspielerin und es ist klar ersichtlich, daß sie Kaulbach studiert hat,“ sagte ein Diplomat in dem Kreise der Frau des Gesandten, „habt Ihr bemerkt, wie sie in Ohnmacht fiel?“

„O bitte; wir wollen doch nicht von der Nilson reden; von der läßt sich nichts Neues mehr sagen,“ äußerte eine dicke rote Dame ohne Augenbrauen und Chignon, blond und in einem altmodischen Seidenkleide. Es war die Fürstin Mjagkaja, eine wegen ihrer Einfachheit und Derbheit im Verkehr enfant terrible benannte Dame.

Die Fürstin Mjagkaja saß in der Mitte zwischen beiden Kreisen und nahm, aufmerksam zuhörend, bald an dem Gespräch des einen Kreises teil, bald an dem des anderen.

„Mir haben heute nicht weniger als drei Menschen diese nämliche Phrase über Kaulbach gesagt, gleichsam als hätten sie sich dazu verabredet. Die Phrase hat ihnen, ich weiß nicht warum, so ausnehmend gefallen.“

Die Unterhaltung stockte infolge dieser Bemerkung und es war notwendig, ein neues Thema ausfindig zu machen.

„Erzählt uns doch etwas Lustiges — aber nichts Schlechtes,“ wandte sich die Gattin des Gesandten, eine große Meisterin in der schöngeistigen Konversation, wie man sie auf englisch small talk nennt, an den Diplomaten, der gleichfalls nicht wußte, was er jetzt beginnen sollte.

„Man sagt, das sei sehr schwer auszuführen, denn nur das Böse sei lustig,“ begann er jetzt lächelnd.