„Doch ich will es versuchen. Gebt mir ein Thema, alles liegt in einem Thema, ist dieses gegeben, so kann man leicht daran anknüpfen. Ich denke oftmals, daß es doch den großen Rednern des vorigen Jahrhunderts jetzt sehr schwierig werden müßte, verständig zu reden, denn alles Verständige langweilt.“

„Das ist eine alte Geschichte,“ lachte die Gattin des Gesandten. Die Unterhaltung wurde sehr energielos geführt, aber eben deshalb, weil sie zu energielos geführt wurde, stockte sie wieder. Es war daher notwendig, seine Zuflucht zu einem sicheren, einem nie versagenden Mittel zu nehmen, dem des Klatsches.

„Findet Ihr nicht, daß Tuschkewitsch etwas von Ludwig dem Fünfzehnten hat?“ fuhr der Diplomat fort, mit den Augen auf einen hübschen blonden jungen Mann weisend, welcher am Tische stand.

„O ja; er ist von der nämlichen Geschmacksrichtung wie die Dame des Hauses; und daher ist er auch so häufig hier.“

Dieses Gespräch wurde unterstützt, indem durch Winke über etwas gesprochen wurde, was man in diesem Salon nicht aussprechen durfte, nämlich über die Beziehungen Tuschkewitschs zu der Fürstin Bezzy.

Um den Samowar bei der Dame des Hauses hatte man während dessen ganz in der gleichen Weise einige Zeit hindurch zwischen drei unvermeidlichen Thematen geschwankt, zwischen der letzten Neuigkeit aus der Gesellschaft, dem Theater und der Verurteilung des Nächsten, und das Gespräch war gleichfalls auf dem letzten der drei stehen geblieben, bei dem Klatsch.

„Habt Ihr schon gehört, daß die Maltischtschewa — nicht die Tochter, sondern die Mutter, sich ein Kostüm von diable rose fertigen läßt?“

„Nicht möglich! Nein, das ist ja reizend!“

„Ich staune, wie die das hat ausdenken können — sie ist also doch nicht so dumm — man sieht nur nicht, wie fein sie ist.“

Ein jeder wußte einen Brocken, den er zur Verurteilung oder doch zur Verspottung der unglücklichen Maltischtschewa beisteuern konnte und das Gespräch war jetzt so munter im Gange, wie ein flammender Holzstoß.