Der Gatte der Fürstin Bezzy, ein gutmütiger Dickbauch und leidenschaftlicher Sammler von Gravuren hatte soeben gehört, daß bei seiner Gattin Gäste seien und war daher, noch bevor er in den Klub ging, im Salon erschienen. Unhörbar näherte er sich über den weichen Teppich daher der Fürstin Mjagkaja.
„Wie gefiel Euch die Nilson?“ war seine Begrüßung.
„Ach, wie kann man sich doch so heranstehlen? Wie habt Ihr mich jetzt erschreckt!“ antwortete sie. „Aber sprecht mir nicht mehr, um aller Heiligen willen, von der Oper, Ihr versteht ja doch wohl gar nichts von Musik. Es ist da schon besser, ich accomodiere mich Euch und rede mit Euch von Majoliken und Gravuren. Nun, was für einen Schatz habt Ihr denn da neulich gekauft?“
„Wünscht Ihr, daß ich ihn Euch zeige? Aber Ihr versteht doch nicht die Bedeutung.“
„Zeigt ihn mir. Ich habe das bei jener — wie nennt man sie doch — bei jener Bankiersfamilie gelernt — bei denen giebt es sehr gute Gravuren. Die haben sie uns gezeigt.“
„Wie, waret Ihr bei Schützburg?“ frug die Dame des Hauses vom Samowar herüber.
„Ich bin dort gewesen, ma chère. Man hatte mich eingeladen, mit meinem Manne zur Tafel hinzukommen und erzählte mir, daß allein die Sauce zu Tisch tausend Rubel gekostet habe,“ sprach die Fürstin Mjagkaja mit lauter Stimme in dem Gefühle, daß alles an ihrem Munde hing, „und diese Sauce war doch häßlich, sie sah so grünlich aus. Man hätte den Gastgeber seinerseits einladen müssen, ich hätte alsdann eine Sauce für fünfundachtzig Kopeken hergestellt und alle würden damit sehr zufrieden gewesen sein. Ich kann keine Saucen für Tausende von Rubeln herstellen.“
„Ist die natürlich!“ bemerkte die Dame des Hauses.
„Bewundernswert,“ flüsterte ein anderer.
Die Wirkung, welche die Erzählungen der Fürstin Mjagkaja hervorzurufen pflegten, war stets einzig in ihrer Art, und das Geheimnis der Erzielung dieses Effektes lag darin, daß sie, wenn auch nicht immer ganz so wie in diesem Augenblicke, einfach erzählte, und was Sinn hatte.