„Die Karenin. Die Fürstin hat uns eine Charakteristik Aleksey Aleksandrowitschs gegeben,“ versetzte die Frau des Gesandten, sich lächelnd an den Tisch setzend.
„Schade, daß wir sie nicht gehört haben,“ antwortete die Dame des Hauses nach der Eingangsthür blickend. „Ah, da seid Ihr ja endlich!“ rief sie lächelnd dem eben angekommenen Wronskiy zu.
Wronskiy war nicht nur mit jedermann in diesem Kreise bekannt, sondern sah alle die er hier antraf, täglich, und trat daher mit jenen ruhigen Manieren ein, mit denen man in ein Zimmer kommt, das man soeben erst verlassen hatte.
„Woher ich komme?“ antwortete er sogleich auf die Frage der Frau des Gesandten. „Nun, was ist zu thun, ich muß es schon sagen, aus der Operette. Ich kann sie wohl zum hundertstenmale hören, aber stets höre ich sie mit neuem Vergnügen. Das ist reizend! Ich weiß wohl, daß mir dies nicht wohlansteht, aber in der Oper schlafe ich ein, während ich in der Operette bis zur letzten Minute vergnügt und fröhlich aushalte. Heute“ —
Er nannte eine französische Schauspielerin und wollte sich über sie verbreiten, aber die Frau des Gesandten unterbrach ihn mit komischem Entsetzen.
„Bitte, nicht von diesem Theaterschrecken erzählen.“
„Nun, nun; lassen wir es; umsomehr, als alle diese Schrecken kennen.“
„Und alle würden wohl dorthin fahren, wäre dies ebenso üblich für die Gesellschaft, wie die Oper,“ fügte die Fürstin Mjagkaja hinzu.