„Freunde können wir nicht sein, das wißt Ihr selbst. Aber wir werden die glücklichsten oder die unglücklichsten unter den Menschen sein, und dies liegt in Eurer Macht.“
Sie wollte etwas erwidern, doch er unterbrach sie.
„Ich bitte freilich nur um eins, ich bitte um das Recht, hoffen zu dürfen in Qualen, wie jetzt; wenn dies aber nicht möglich ist, so befehlt mir zu verschwinden und ich werde verschwinden. Ihr werdet mich dann nicht mehr sehen, sobald Euch meine Gegenwart lästig ist.“
„Ich will Euch nicht vertreiben.“
„Aber dann ändert Euch nicht in dieser Absicht, laßt alles so, wie es ist,“ sagte er mit bebender Stimme. „Dort kommt Euer Gatte“ —
In der That trat in diesem Augenblick Aleksey Aleksandrowitsch mit seinem gleichgültigen ungeschickten Gang in den Salon.
Nachdem er seine Frau und Wronskiy gemustert hatte, schritt er zu der Dame des Hauses hin und begann, sich niedersetzend, und eine Schale Thee nehmend, mit seiner unbewegten, stets vernehmbaren Stimme in seinem gewohnten launigen Tone mit dieser zu reden, über irgend jemand scherzend.
„Euer Abend ist ja recht gut besetzt,“ sagte er, die Gesellschaft überblickend, „lauter Grazien und Musen.“
Die Fürstin Bezzy vermochte indes diesen Ton seiner Rede nicht zu ertragen weil er sneering war, wie sie ihn nannte, und als kluge Frau brachte sie ihn sogleich auf ein ernstes Thema über die allgemeine Wehrpflicht.
Aleksey Aleksandrowitsch ließ sich sofort auf das Gespräch ein und begann mit großem Ernste die neue Verordnung vor der Fürstin Bezzy zu verteidigen, welche ihm opponierte.