„Ich will, daß Ihr wieder nach Moskau fahrt und Kity um Verzeihung bittet,“ antwortete sie.

„Ihr selbst wollt dies nicht.“

Er erkannte wohl, daß sie ihm dies sagte, weil sie sich selbst zwang nicht das auszusprechen, was sie vielleicht wünschte.

„Wenn Ihr mich liebt, wie Ihr sagt,“ flüsterte sie, „so thut es, damit ich ruhig werde.“

Sein Gesicht leuchtete auf.

„Als ob Ihr nicht wüßtet, daß Ihr für mich das ganze Leben seid. Aber Beruhigung verstehe ich Euch nicht zu geben und so kann ich sie Euch also auch nicht geben. Aber mich selbst, meine Liebe — ja. Ich kann an Euch und mich nicht gesondert denken; und Ihr und ich sind beide für mich eins. Daher sehe ich von vornherein weder eine Ruhe für mich selbst, noch für Euch. Ich sehe nur die Möglichkeit einer künftigen Verzweiflung, eines Unglücks, oder die Möglichkeit eines Glückes — ach, welches Glückes! Ist dieses aber unmöglich?“ fügte er hinzu, nur die Lippen leise bewegend. Sie verstand ihn aber.

Alle Kräfte ihres Geistes strengte sie an, um zu sagen, was sie sagen mußte, aber anstatt dessen heftete sie nur einen Blick auf ihn, der voll von Liebe war — und brachte kein Wort hervor.

„Da haben wir's!“ jubelte Wronskiy innerlich. „Gerade, als ich schon den Mut verlor und als es schien, daß kein Erfolg mehr zu hoffen sei, — da haben wir's. Sie liebt mich. Sie gesteht es ein!“

„So thut es doch um meinetwillen und sprecht nie mehr solche Worte zu mir. Wir wollen gute Freunde sein,“ sprach sie, während ihr Auge ganz anderes kündete.