„Nun, Herr, im Sommer werdet Ihr mich wohl wegen dieses Säens nicht mehr schelten!“ meinte Wasil.
„Wie meinst du das?“ frug Lewin heiter; er fühlte schon die Wirkung des von ihm angewandten Verfahrens.
„Nun, paßt nur auf im Sommer. Es wird ausgezeichnet. Seht nur, wo ich im vorigen Jahre gesät habe! Seht Ihr, so habe ich für Euch gesorgt, wie für einen leiblichen Vater, und liebe es selbst nicht, schlecht zu arbeiten, heiße es auch keinem anderen. Wenn der Herr sich wohl befindet, befinden wir uns auch wohl. Schaut man da hinaus,“ fuhr Wasil fort, „so lacht einem das Herz.“
„Ein herrlicher Frühling, Wasil.“
„Ja, ein Frühling, wie sich seiner selbst die ältesten Leute nicht erinnern. Daheim bei uns habe ich einen alten Großvater, der hat drei Osminik Weizen gesät; er erzählt, man könne den nicht vom Korn unterscheiden.“
„Habt Ihr den Weizen schon lange gesät?“
„Ihr habt es uns ja im vergangenen Jahre gezeigt und mir zwei Probemaße geschenkt. Ein Viertel davon haben wir verkauft, drei Viertel gesät.“
„Sieh zu, zerreib die Klumpen ja,“ sagte Lewin, an sein Pferd hintretend, „und sieh nach Mischka. Wenn alles gut gehen wird, sollst du fünfzig Kopeken für die Desjatine erhalten.“
„Danke schön, Herr; wir sind Euch ohnehin schon so viel Dank schuldig.“
Lewin saß auf und ritt nun nach dem Felde, auf welchem der vorjährige Kleber stand und nach demjenigen, welches jetzt gepflügt wurde, damit Sommerweizen hineinkommen sollte.