„Da, schon der Kuckuck!“ sagte Stefan Arkadjewitsch, aus seinem Busche heraustretend.
„Ich höre ihn,“ antwortete Lewin mißvergnügt die Stille des Waldes mit seiner ihm selbst jetzt unangenehm vorkommenden Stimme unterbrechend. „Er ist schon zeitig da.“
Die Gestalt Stefan Arkadjewitschs verschwand wieder im Gebüsch und Lewin sah nur noch das helle Licht eines Streichholzes und darauf das rote Glühen einer Cigarette und deren blauen Qualm.
Tschik-tschick — knackten die Hähne am Gewehr, welche Stefan Arkadjewitsch aufgezogen hatte.
„Was schreit denn dort?“ frug Oblonskiy, Lewins Augenmerk auf ein gedehntes Geräusch lenkend, welches mit seinem Tone, gleichsam schäkernd klang, als ob ein Füllen wieherte.
„Weißt du nicht, was das ist? Das ist ein Hasenmännchen; das mag ruhig sprechen; aber höre, da fliegt etwas,“ rief Lewin fast laut, indem er die Hähne spannte.
Man hörte in der That ein fernes dünnes Pfeifen und in jenem Takt, wie er dem Jäger so bekannt ist, wurde nach zwei Sekunden ein zweites, dann ein drittes Pfeifen vernehmbar und hierauf ertönte ein Schnarchen.
Lewin schaute mit den Augen nach rechts und nach links, — da vor ihm, an dem mattblauen Himmel über den verschlungenen, zarten Schößlingen auf den Wipfeln der Espen erschien ein fliegender Vogel.
Er flog gerade auf Lewin zu; die nahenden Töne seines Schnarchens, ähnlich dem gleichmäßigen Reißen eines straffen Gewebes, ertönten unmittelbar über seinem Ohr; schon war der lange Schnabel sichtbar und der Hals des Vogels und in dem nämlichen Moment, in dem Lewin anlegte, blitzte hinter dem Busche, hinter welchem Oblonskiy stand, ein roter Feuerstrahl auf; der Vogel ging wie ein Pfeil hernieder und stieg dann wieder auf. Nochmals strahlte ein Blitz auf, ein Schuß ertönte und mit schlagenden Flügeln, als strebe er, sich noch in der Luft zu halten, hielt der Vogel im Fluge inne, stand einen Moment und stürzte dann schwer zur nassen Erde hernieder.
„War das etwa fehl geschossen?“ rief Stefan Arkadjewitsch, der hinter dem Rauche nichts hatte sehen können.