„Hier ist sie,“ sagte Lewin, auf Laska zeigend, welcher, das eine Ohr erhebend, und hoch mit der buschigen Spitze seines Schwanzes wedelnd, leisen Schrittes, als wünsche er, daß das Vergnügen länger währe, und als lächle er dazu, den erlegten Vogel seinem Herrn apportierte. „Nun, ich bin froh, daß es dir gelungen ist,“ sagte Lewin zu dem Freunde, dabei aber ein Gefühl des Neides empfindend, daß nicht er die Schnepfe hatte erlegen können.
„Ein schlechter Schuß aus dem rechten Rohre,“ antwortete Stefan Arkadjewitsch, das Gewehr ladend — „st — da kommt wieder eine.“ —
In der That vernahm man das durchdringende, schnell aufeinanderfolgende Pfeifen von neuem.
Zwei Schnepfen, miteinander spielend und sich verfolgend, nur pfeifend aber nicht schnarchend, flogen dicht über den Köpfen der Jäger hin. Vier Schüsse fielen und wie die Schwalben blitzschnell eine Wendung machend, verschwanden die Schnepfen aus dem Gesichtskreis.
Der Anstand war vorzüglich. Stefan Arkadjewitsch erlegte noch zwei Stück, auch Lewin zwei, doch konnte er eine derselben nicht auffinden.
Es begann nun zu dunkeln. Hell und silbern glänzte die niedrigstehende Venus schon am Himmel hinter den Birken hervor in zartem Lichte und hoch im Osten stand der Arkturus düster mit seinem roten Lichte, und gerade über dem Kopfe Lewins flimmerten die Sterne des großen Bären.
Die Waldschnepfen hatten aufgehört zu fliegen, aber Lewin beschloß noch zu warten, bis die Venus, die ihm noch unterhalb eines bestimmten Astes der Birke erschien, über denselben gestiegen sein würde und die Sterne des großen Bären, von denen er erst einen sehen konnte, alle erschienen sein würden.
Die Venus trat denn auch über den Ast der Birke, das Rad des Bären und die Deichsel war schon vollkommen sichtbar an dem dunkeln Himmel, aber er wartete noch immer.
„Ist es nun nicht Zeit?“ meinte Stefan Arkadjewitsch.
Im Walde war es schon still geworden, nicht ein einziger Vogel regte sich mehr.