Aber im selben Moment vernahmen die beiden Freunde das durchdringende Pfeifen, welches sich ihnen gleichsam in die Ohren drängte, und sie faßten plötzlich ihre Gewehre. Zwei Blitze zuckten auf und zwei Donnerschläge hallten in dem nämlichen Augenblick. Die hochfliegende Schnepfe ließ augenblicklich ihre Flügel matt fallen und stürzte in den Hain herab, die zarten Schößlinge knickend.
„Ausgezeichnet! Die ist uns beiden!“ rief Lewin und eilte mit Laska in den Hain, um die Schnepfe zu suchen. „Weshalb war mir dies unangenehm gewesen,“ dachte er jetzt bei sich. „Also Kity krank. Was ist da zu thun? Das ist recht traurig? — Aha, jetzt hat er sie gefunden! Mein kluges Tier,“ sagte er, den noch warmen Vogel aus dem Maule Laskas nehmend und denselben in die fast schon gefüllte Jagdtasche steckend. „Ich habe sie gefunden, Stefan!“ rief er.
16.
Während Lewin nach Hause zurückkehrte, erkundigte er sich nach allen Einzelheiten der Krankheit Kitys und nach den Plänen der Schtscherbazkiy und obwohl es ihm schwer gefallen wäre, dies zugestehen zu müssen, so verursachte ihm doch das, was er vernahm, ein Gefühl der Genugthuung.
Ein Gefühl der Genugthuung verursachte es ihm deshalb, weil nun noch Hoffnung war, und noch mehr deshalb, weil sie Schmerzen litt, sie, die ihm so weh gethan.
Als indessen Stefan Arkadjewitsch von den Ursachen der Krankheit Kitys zu reden begann und den Namen Wronskiys erwähnte, unterbrach ihn Lewin:
„Ich habe keinerlei Recht, mich nach den intimen Einzelheiten zu erkundigen, und um die Wahrheit zu sagen, ja auch keinerlei Interesse daran.“
Stefan Arkadjewitsch lächelte kaum merklich; er fing wohl die momentane ihm so bekannte Veränderung in den Zügen Lewins auf, die jetzt so finster wurden, wie sie eine Minute zuvor noch heiter gewesen waren.
„Hast du denn schon völlig abgeschlossen betreffs des Waldes mit Rjabinin?“ frug Lewin.