„Ein Ende machen? Inwiefern denn, Aleksey?“ frug sie leise.
Sie hatte sich jetzt beruhigt und ihr Gesicht strahlte in zärtlichem Lächeln.
„Den Mann verlassen und unser Leben vereinigen.“
„Es ist ja ohnehin schon vereinigt,“ bemerkte sie kaum vernehmbar.
„Ja, indessen ganz, vollständig muß dies geschehen.“
„Aber wie denn, Aleksey, wie denn, belehre mich doch!“ frug sie, mit traurigem Lächeln über die hoffnungslose Verwickelung ihrer Lage. „Giebt es denn einen Ausweg aus solcher Lage? Bin ich nicht das Weib meines Gatten?“ —
„Es giebt Auswege aus jeder Lage. Man muß nur einen Entschluß fassen,“ sagte er. „Alles wird besser sein, als diese Situation, in welcher du dich befindest. Ich sehe ja, wie du dich mit allem selbst peinigst, mit der Welt, deinem Sohne und deinem Manne.“
„O, nur nicht mit dem Manne,“ versetzte sie mit treuherzigem Lächeln. „Ich weiß nichts von ihm und denke seiner nicht. Er ist für mich nicht da.“
„Du sprichst nicht aufrichtig. Ich kenne dich. Du machst dir ein Gewissen über ihn.“
„Aber er weiß es doch nicht,“ sagte sie und eine helle Röte stieg ihr plötzlich in das Gesicht; Wangen, Stirn und Hals erröteten und Thränen der Scham traten ihr in die Augen. „Wir wollen nicht mehr von ihm sprechen.“