„Ich unglücklich?“ sagte sie, sich ihm nähernd, und ihn mit verzücktem Lächeln der Liebe anblickend, „ich erscheine mir wie ein hungriger Mensch, dem man Speise gereicht hat. Mag sein, daß er dabei friert und sein Kleid zerrissen ist, daß er sich schämt darob — er ist aber doch nicht unglücklich. Ich unglücklich? Nein, hier ist mein Glück!“

Sie vernahm die Stimme ihres heraneilenden Söhnchens und erhob sich jäh, die Terrasse mit schnellem Blick überfliegend.

Ihr Blick erglühte in jenem Feuer, das er kannte, mit schneller Bewegung erhob sie ihre mit Ringen bedeckten schönen Hände, nahm ihn beim Kopfe und blickte ihn mit langem Blicke an, dann näherte sie ihr Antlitz mit halbgeöffneten lächelnden Lippen, küßte ihn schnell auf den Mund und beide Augen und stieß ihn dann von sich. Sie wollte forteilen, doch er hielt sie.

„Wann?“ frug er flüsternd, sie mit entzückten Blicken messend.

„Heute, um ein Uhr,“ flüsterte sie und ging dann, unter einem schweren Seufzer, mit ihren leichten und schnellen Schritten dem Sohne entgegen.

Sergey hatte den Regen im großen Parke abgewartet, mit seiner Amme in einer Laube sitzend.

„Also auf Wiedersehen,“ sagte sie zu Wronskiy. „Nun muß ich bald zu den Rennen. Bezzy hat versprochen, mich abzuholen.“

Wronskiy blickte nach seiner Uhr und ging eiligst von dannen.

24.