„Nein, ich habe sie nicht gesehen,“ versetzte Wronskiy, nicht einmal einen Blick nach der Tribüne werfend, auf der man ihm die Karenina zeigte. Hierauf begab er sich zu seinem Pferd.
Wronskiy hatte kaum die Sattelung gemustert, über welche noch einige Anordnungen zu geben waren, als man die Teilnehmer am Rennen zu der Rennkasse berief, um die Nummern zu ziehen und den Start zu erläutern.
Mit ernsten, strengen Gesichtern, viele bleich, gingen siebzehn Herren zur Bude und nahmen ihre Nummern.
Wronskiy hatte Nummer sieben. Man vernahm den Ruf „Aufsitzen“. In der Empfindung, daß er zusammen mit den übrigen Teilnehmern am Rennen den Mittelpunkt bildete, auf den sich aller Augen gerichtet hielten, begab er sich in einem Zustand von Spannung, bei welchem er gewöhnlich gemessen und ruhig in seinen Bewegungen wurde, zu seinem Pferd.
Kord hatte sich für die Feier der Rennen mit seinem Paradeanzug, einem schwarzen hochzugeknöpften Überzieher, steif gestärktem Kragen, der ihm die Backen aufstemmte und einem runden schwarzen Hut und Kanonenstiefeln geschmückt. Er war, wie stets, ruhig und gemessen, und hielt eigenhändig das Pferd an beiden Zügeln, vor demselben stehend.
Frou-Frou fuhr fort zu beben wie im Fieber. Das üppige Feuer seiner Augen traf schräg auf den herzutretenden Wronskiy, welcher jetzt den Finger zwischen den Bauchgurt steckte. Das Pferd schielte stärker, zeigte die Zähne und legte das Ohr zurück.
Der Engländer kräuselte die Lippen, als wolle er ein Lächeln darüber zeigen, daß man seine Sattelung noch prüfe.
„Sitzt auf, Ihr werdet dann weniger erregt sein.“
Wronskiy warf noch einen letzten Blick auf seine Genossen. Er wußte, daß er sie beim Ritte selbst nicht mehr sehen werde.
Zwei derselben waren bereits auf den Platz nach vorn geritten, von welchem gestartet werden mußte.