Galzin, einer der gefährlichsten Rivalen, ein Freund Wronskiys, ging rund im Kreise um seinen Fuchshengst, der ihn nicht aufsitzen lassen wollte.
Ein kleiner Leibhusar in seinen engen Reithosen ritt eben Galopp, wie eine Katze über der Croupe zusammengeduckt dahin, im Wunsche, es den Engländern nachzumachen.
Der Fürst Kuzowljeff saß blaß auf seiner Vollblutstute aus dem Grabowskiyschen Gestüt, die sein Engländer an der Kantare führte.
Wronskiy und alle seine Kameraden kannten Kuzowljeff und seine „Nervenschwäche“, sowie auch seine entsetzliche Eitelkeit. Sie wußten, daß er sich vor allem fürchte, daß er sich selbst fürchtete, ein Militärpferd zu reiten; jetzt aber hatte er sich, obwohl es so entsetzlich war, daß sich die Leute den Hals brachen, daß bei jedem Hindernis ein Arzt und ein Lazarettwagen stand mit dem Samariterkreuz und der barmherzigen Schwester, dennoch entschlossen, mit zu reiten.
Beide begegneten sich mit den Blicken und Wronskiy zwinkerte ihm freundlich und aufmunternd zu. Er sah nur Einen nicht, seinen bedeutendsten Rivalen, Machotin auf dem Gladiator.
„Also keine Überstürzung,“ sagte Kord zu Wronskiy, „und denket nur an das Eine: faßt nicht in die Zügel bei den Hindernissen und treibt nicht; überlaßt ihn sich selbst wie er will!“
„Gut, gut,“ sagte Wronskiy, sich mit den Zügeln beschäftigend.
„Wenn möglich, so führt das Rennen, doch verzweifelt nicht bis zur letzten Minute, wenn Ihr auch hinten bleiben solltet!“
Das Pferd wollte sich soeben bewegen, als Wronskiy mit gewandter und kräftiger Bewegung in den stählernen, gezahnten Steigbügel trat und leicht und sicher seinen schlanken Körper in den knarrenden Ledersattel brachte.
Nachdem er mit dem rechten Fuße den andern Bügel gefaßt hatte, ordnete er mit der üblichen Bewegung die Doppelzügel zwischen den Fingern und Kord ließ die Hände los.