Vom folgenden Tage ab bemerkte Kity, ihre unbekannte Freundin beobachtend, daß Mademoiselle Warenka mit Lewin, sowie mit dessen Begleiterin schon in den nämlichen Beziehungen stand, wie mit ihren übrigen Schutzbefohlenen.

Sie stand ihnen bei, unterhielt sich mit ihnen, und machte die Dolmetscherin für das Weib Lewins, welches sich in keiner einzigen fremden Sprache auszudrücken wußte.

Kity begann nun der Mutter noch mehr anzuliegen, ihr die Bekanntschaft mit Warenka zu gestatten, und so unangenehm es der Fürstin auch sein mochte, den ersten Schritt zur Erfüllung des Wunsches mit Madame Stahl bekannt zu werden, welche sich offenbar auf eine unbekannte Eigenschaft viel einbildete, thun zu sollen, stellte sie dennoch Erkundigungen über Warenka an, näherte sich — nachdem sie Einzelheiten über diese vernommen hatte, welche darauf schließen ließen, daß etwas Übles nicht zu befürchten sei, obwohl sich auch nicht viel Gutes über diese Bekanntschaft ergab — selbst Warenka und machte sich mit dieser bekannt.

Indem sie die Zeit auswählte, in welcher ihre Tochter zum Brunnen ging, Warenka aber vor dem Bäcker stand, trat die Fürstin zu ihr.

„Gestattet mir, mich mit Euch bekannt zu machen,“ begann sie mit ihrem würdevollen Lächeln. „Meine Tochter hat Euch liebgewonnen. Vielleicht aber kennt Ihr mich nicht; ich“ —

„Das Vergnügen ist für mich ein ganz besonderes, Fürstin,“ antwortete Warenka schnell.

„Welch ein gutes Werk habt Ihr gestern an unserem bemitleidenswerten Landsmann vollbracht,“ fuhr die Fürstin fort.

Warenka errötete.

„Ich weiß nicht mehr recht — wie es scheint — ich habe doch gar nichts gethan,“ antwortete sie.