„Darum handelt sichs jetzt gar nicht,“ antwortete Sergey Iwanowitsch finster, da er Widersprüche nicht liebte, und am wenigsten solche, die beständig von dem Einen auf das Andere übersprangen, und ohne inneren Zusammenhang neue Beweisgründe beibrachten, so daß man nicht mehr erkennen konnte, worauf man antworten solle. „Gestatte,“ sagte er, „erkennst du an, daß die Bildung ein Segen für das Volk ist?“

„Das erkenne ich an,“ antwortete Lewin arglos, dachte aber gleich darnach, daß er nicht ausgesprochen habe, was er denke. Er fühlte, daß ihm, wenn er dies zugebe, bewiesen werden könne, er habe ungereimte Sachen geäußert, die keinen Sinn besäßen. Wie ihm dies bewiesen werden sollte, wußte er zwar noch nicht, aber er wußte, daß es logisch unzweifelhaft der Fall sein werde, und wartete nun auf diesen Beweis.

Es kam bei weitem einfacher, als Konstantin Lewin vermutet hatte.

„Wenn du sie als einen Segen anerkennst,“ fuhr Sergey Iwanowitsch fort, „so kannst du als ehrenhafter Mensch nicht umhin, einer solchen Sache dein Interesse zu wahren und ihr zuzustimmen und mußt daher für sie zu arbeiten wünschen.“

„Aber ich habe ja die Sache selbst noch gar nicht als gut anerkannt,“ meinte Konstantin Lewin, errötend.

„Wie? Soeben sagtest du doch“ —

„Das heißt, ich halte sie nicht für gut und nicht für möglich“ —

„Das kannst du nicht wissen, ohne für sie gewirkt zu haben.“

„Nun, gesetzt, es wäre so,“ sagte Lewin, obwohl er durchaus nicht daran glaubte, „so würde ich noch immer nicht einsehen, weshalb man sich so sehr darum sorgen soll.“