„Nichts Besonderes?“ ergriff er mit feinem Lächeln den Faden des Gesprächs, „dies ist allerdings das beste Mittel. — Ich habe Euch schon lange gesagt,“ wandte er sich an Lisa Merkalowa, „daß es zu dem Zwecke, sich nicht zu langweilen, nötig ist, nicht daran zu denken, es werde langweilig. Es ist damit ganz ebenso, wie man nicht zu fürchten braucht, einzuschlafen, wenn man fürchtet schlaflos zu bleiben. Das Nämliche hat soeben Anna Arkadjewna gesagt.“

„Ich würde mich sehr freuen, wenn ich das gesagt hätte, weil es nicht nur klug, sondern wahr gesprochen gewesen wäre,“ sagte Anna lächelnd.

„O nein, sagt doch, warum man es nicht fertig bringt zu schlafen, oder wie man es vermeidet, sich nicht zu langweilen!“

„Nun, um schlafen zu können, muß man arbeiten, und um sich erheitern zu können, muß man gleichfalls arbeiten.“

„Aber zu welchem Zwecke soll ich arbeiten, wenn meine Arbeit niemand etwas nützt? Absichtlich mich zu verstellen, verstehe ich nicht, und das will ich auch nicht.“

„Ihr seid doch unverbesserlich,“ fuhr Stremoff fort, sich, ohne Lisa anzublicken, wiederum an Anna wendend.

Da er Anna nur selten begegnet war, hatte er nur in Gemeinplätzen mit ihr sprechen können, und zwar nur bezüglich der Zeit, in welcher sie nach Petersburg gekommen war, und davon, wie sehr sie von der Gräfin Lydia Iwanowna geliebt werde. Er that das indessen mit einem Gesichtsausdruck, welcher bewies, daß er von ganzer Seele wünsche, ihr angenehm zu sein, ihr seine Hochachtung und vielleicht auch noch mehr zu beweisen.

Tuschkewitsch trat jetzt ein, um mitzuteilen, daß die gesamte Gesellschaft auf die Croquetspieler warte.

„Ach, geht doch nicht,“ bat Lisa Merkalowa, als sie gehört hatte, daß Anna wegfahre. Stremoff vereinte seine Bitten mit den ihren.

„Es ist ein allzugroßer Kontrast,“ sagte er, „nach dem Besuch dieser Gesellschaft zur alten Wrede fahren zu wollen. Für diese werdet Ihr doch noch Gelegenheit genug zu späterer Aussprache haben, während Ihr hier andere, bessere und der üblichen Klatschsucht völlig konträre Ideen anregt,“ sagte er zu ihr.