„Serpuchowskiy ist angekommen!“
„Ah,“ machte Wronskiy, „das habe ich gar nicht gewußt.“ Das Lächeln seiner Augen wurde noch heller.
Nachdem er einmal bei sich selbst konstatiert hatte, daß er glücklich sei in seiner Liebe, opferte er dieser seinen Ehrgeiz, oder nahm doch wenigstens eine solche Rolle auf sich. Wronskiy vermochte auch nicht mehr, Serpuchowskiy zu beneiden oder sich darüber gekränkt zu fühlen, daß derselbe, nach seiner Ankunft beim Regiment, nicht zuerst zu ihm selbst gekommen war. Serpuchowskiy war sein guter Freund und er freute sich über diesen.
„Ich freue mich sehr.“
Der Regimentskommandeur Demin hatte ein großes Gutsgebäude gemietet, die ganze Gesellschaft war auf dem niedrigen geräumigen Balkon versammelt und auf dem Hofe standen — das Erste was Wronskiy in die Augen fiel — Sänger neben einem großen Faß Branntwein und die gesunde und freundliche Erscheinung des Regimentskommandeurs, umgeben von den Offizieren. Auf die erste Stufe des Balkons heraustretend, überschrie er mit starker Stimme die Musik, welche eine Offenbachsche Quadrille spielte und befahl etwas, wobei er einigen seitwärts stehenden Soldaten einen Wink gab.
Ein Trupp derselben, ein Wachmeister mit einigen Unteroffizieren traten zugleich mit Wronskiy auf den Balkon. Zur Tafel zurückkehrend, trat der Regimentskommandeur dann wiederum mit einem Pokal auf die Freitreppe heraus und brachte mit lauter Stimme einen Toast: „Auf das Wohl unseres früheren Kameraden, des tapferen Generals, Fürsten Serpuchowskiy! Hurrah!“
Hinter dem Regimentskommandeur, den Pokal in der Hand, erschien lächelnd Serpuchowskiy.
„Du wirst immer jünger, Bondarjonko,“ wandte er sich an einen gerade vor ihm stehenden, jugendlich und rotwangig aussehenden Wachmeister.
Wronskiy hatte Serpuchowskiy drei Jahre hindurch nicht gesehen. Derselbe war zum Manne geworden, hatte sich einen Backenbart stehen lassen, zeigte sich aber noch ebenso herrlich in der Erscheinung; sowohl durch seine Schönheit, als durch seine Milde und den Adel seiner Züge und seiner Haltung bestechend, wie früher.