Auch er empfand, daß sich etwas in seiner Kehle nach oben hob und daß er ein eigentümliches Gefühl in der Nase hatte.
Zum erstenmal in seinem Leben fühlte er sich fähig, zu weinen. Er hätte nicht zu sagen vermocht, was ihn eigentlich so erschüttert hatte; er empfand Mitleid zu ihr und fühlte, daß er ihr nicht helfen könne; zugleich aber erkannte er auch, daß er die Ursache ihres Unglücks sei, daß er schlecht gehandelt habe.
„Ist denn eine Trennung unmöglich?“ sprach er kleinlaut. Sie schüttelte das Haupt, ohne zu antworten. Ging es denn nicht, daß sie ihren Sohn mitnahm und ihren Mann verließ? Allerdings, aber dies hing alles von ihm selbst ab.
„Jetzt muß ich wieder zu ihm fahren,“ sprach sie trocken. Ihre Ahnung, daß alles beim Alten bleiben würde — hatte sie nicht getäuscht.
„Dienstag werde ich in Petersburg sein und alles wird sich dann entscheiden.“
„Ja,“ antwortete sie, „aber wir wollen nicht mehr von der Angelegenheit sprechen.“
Der Wagen Annas, den diese fortgeschickt hatte mit der Weisung, an das Gitter des Gartens der Villa Wrede zu kommen, fuhr vor.
Anna verabschiedete sich von Wronskiy und fuhr nach Haus.