„Ja, aber wie ist das? Er müßte doch im Rate sein?“

„Er war dort und kam zurück, worauf er wieder fortgefahren ist. Doch das thut nichts; sprich nicht davon. Wo bist du gewesen? Stets mit dem Prinzen?“

Sie kannte alle Einzelheiten seines Lebens. Er hatte ihr sagen wollen, daß er die ganze Nacht nicht geschlafen habe und eingeschlafen sei, als er aber ihr aufgeregtes und glückliches Antlitz sah, fühlte er Gewissensbisse, und er teilte ihr mit, daß er hätte Rapport erstatten müssen über die Abreise des Prinzen.

„Jetzt aber ist alles vorüber und er ist fort?“

„Gott sei Dank, es ist vorbei. Du kannst nicht glauben, wie unerträglich mir das gewesen ist.“

„Weshalb denn? Dies ist doch das gewöhnliche Leben von euch jungen Männern allen?“ sagte sie, die Brauen ziehend, und nach einer Häkelei, die auf dem Tische lag greifend, ohne Wronskiy anzublicken.

„Ich habe dieses Leben schon lange aufgegeben,“ sagte er, verwundert über die Veränderung im Ausdruck ihres Gesichts und sich bemühend, die Bedeutung derselben zu erforschen. „Ich gestehe,“ fuhr er fort, lächelnd seine engstehenden weißen Zähne zeigend, „daß ich in dieser Woche mich wie in einem Spiegel gesehen habe, indem ich dieses Leben schaute, und es ist mir unangenehm geworden.“

Sie hielt ihre Arbeit in den Händen, häkelte aber nicht, sondern schaute ihn mit seltsamem, glänzendem und freundlichem Blick an.

„Heute morgen ist Lisa bei mir auf Besuch gewesen — man scheut sich noch nicht, mich zu besuchen, trotz der Gräfin Lydia Iwanowna,“ begann sie, „und sie erzählte mir von Eurem athenischen Abend. Welche Abgeschmacktheit das doch war!“

„Ich wollte nur erzählen, daß“ —