Der spöttische Glanz ihrer Augen erlosch, aber ein anderes Lächeln, das Kennzeichen eines ihm unbekannten, verborgenen Schmerzes, löste den früheren Ausdruck ab.

„Bald, bald. Du sagtest, daß unsere Lage peinlich sei, daß wir ihr ein Ende machen müßten. Wüßtest du doch, wie mir dies schwer wird, was ich darum geben möchte, dich frei und kühn lieben zu dürfen. Dann würde ich weder mich noch dich mit meiner Eifersucht quälen. Jene Krisis wird bald eintreten, aber nicht so, wie wir denken.“ Bei dem Gedanken daran, wie es kommen würde, erschien sie sich selbst so beklagenswert, daß ihr die Thränen in die Augen traten und sie nicht weiter zu sprechen vermochte. Sie zog ihre in der Lampe weißschimmernde beringte Hand in den Ärmel zurück. „Sie wird nicht so eintreten, wie wir denken. Ich wollte es dir nicht sagen, aber du veranlaßtest mich dazu. Bald, bald wird sich alles lösen und wir alle, alle werden ruhig werden und uns nicht mehr quälen.“

„Ich verstehe nicht,“ sagte Wronskiy, sie recht wohl verstehend.

„Du frugest mich, wenn die Krisis käme? Nun bald! Ich selbst werde sie nicht überleben. Unterbrich mich nicht.“ Sie fuhr hastig fort zu sprechen, „ich weiß das, ich weiß es gewiß! Ich werde sterben, und bin sehr froh, daß ich sterben und mich und euch erlösen werde.“ Thränen rannen ihr aus den Augen; er aber beugte sich auf ihre Hand herab und küßte sie, um seine Bewegung zu verbergen, die — er wußte es — zwar keinerlei Grund hatte, aber gleichwohl nicht zu beschwichtigen war. „So wird es kommen, und so wird es am besten sein,“ sagte sie, seine Hand mit heftiger Bewegung pressend; „das ist das Einzige, was uns geblieben ist.“

Er kam zu sich und hob das Haupt.

„Welch eine Thorheit! Welch sinnlose Thorheit du da sprichst!“

„Nein, nur Wahrheit.“

„Was, was für eine Wahrheit?“

„Daß ich sterben werde. Ich habe einen Traum gehabt.“

„Einen Traum?“ Wronskiy fiel sofort der Bauer in seinem eigenen Traume ein.