„Ich bin gekommen, Euch zu sagen, daß ich morgen nach Moskau reisen und nicht mehr in dieses Haus zurückkommen werde. Ihr werdet Nachricht über meine Entscheidungen durch meinen Rechtsanwalt erhalten, dem ich die Führung des Ehescheidungsprozesses übergeben will. Mein Sohn wird zu meiner Schwester übersiedeln,“ sprach Aleksey Aleksandrowitsch, mit Anstrengung sich ins Gedächtnis zurückrufend, was er betreffs des Sohnes hatte verfügen wollen.

„Ihr braucht Sergey, um mir ein Weh zuzufügen,“ sprach sie, ihn von unten herauf anblickend. „Ihr liebt ihn nicht! Laßt mir daher Sergey!“ —

„Ja, selbst die Liebe zum Sohne habe ich verloren, weil mit ihm sich mein Ekel vor Euch verbindet. Aber gleichwohl will ich ihn nehmen. Lebt wohl!“ —

Er wollte gehen, doch jetzt hielt sie ihn zurück.

„Aleksey Aleksandrowitsch, laßt mir Sergey!“ sprach sie noch einmal leise. „Nichts weiter habe ich Euch zu sagen. Laßt mir Sergey bis zu meiner — ich werde bald niederkommen — laßt ihn mir!“ —

Aleksey Aleksandrowitsch fuhr auf, riß seine Hand aus der ihren und verließ stumm das Gemach.

5.

Das Empfangszimmer des berühmten Petersburger Rechtsanwaltes war gefüllt, als Aleksey Aleksandrowitsch dort eintrat.

Es befanden sich darin drei Damen; eine alte, eine junge, und eine Kaufmannsfrau; ferner drei Herren, ein deutscher Bankier, mit einem Ring am Finger, ein anderer, ein Kaufmann mit einem Barte, und der dritte war ein grimmiger Beamter in Uniform mit einem Stern am Halse. Alle schienen offenbar schon lange zu warten. Zwei Diätisten schrieben am Tische, mit den Federn schnarrend. Die Schreibutensilien, für welche Aleksey Aleksandrowitsch eine gewisse Vorliebe besaß, waren ungewöhnlich gut, er konnte nicht umhin, diese Wahrnehmung zu machen. Einer der Diätisten wandte sich, ohne aufzustehen, mit den Augen blinzelnd schroff an ihn: