Er war wie ein Bräutigam gekleidet, von der Halsbinde an und der doppelten Uhrkette bis zu den Lackstiefelchen. Sein Gesicht sah klug und grob aus, die Kleidung war geckenhaft und geschmacklos.
„Ist es gefällig,“ sagte der Rechtsanwalt zu Aleksey Aleksandrowitsch gewendet, und ließ diesen mit ernstem Gesicht an sich vorüber eintreten, worauf er die Thür schloß. „Ist es gefällig?“ Er wies auf einen Sessel am Schreibtisch, der mit Schriftstücken bedeckt war, und ließ sich selbst auf seinem Konsulentenplatz nieder, die kleinen Hände mit den kurzen, von weißen Härchen bestandenen Fingern reibend und den Kopf auf die Seite neigend. Kaum war er indessen in seiner Pose zur Ruhe gekommen, als über dem Tische eine Motte aufflog. Der Rechtsanwalt riß mit einer Schnelligkeit, die man von ihm nicht hätte erwarten sollen, die Hände auseinander, fing die Motte und nahm dann seine frühere Lage wieder ein.
„Bevor ich von meiner Angelegenheit zu sprechen beginne,“ sagte Aleksey Aleksandrowitsch, der mit verwunderten Blicken den Bewegungen des Rechtskonsulenten gefolgt war, „muß ich bemerken, daß die Angelegenheit, in welcher ich mit Euch zu reden habe, ein Geheimnis bleiben muß.“
Ein kaum bemerkbares Lächeln bewegte die roten, hängenden Schnurrbartspitzen des Advokaten voneinander.
„Ich müßte kein Advokat sein, wenn ich die Geheimnisse nicht zu bewahren wüßte, die mir anvertraut werden. Aber wenn ich Euch versichern darf“ —
Aleksey Aleksandrowitsch blickte auf sein Gesicht und gewahrte, daß die grauen klugen Augen lachten, als ob sie schon alles wüßten.
„Ihr kennt meine Familie?“ fuhr Aleksey Aleksandrowitsch fort.
„Ich kenne Euch und Eure verdienstvolle“ — er fing abermals eine Motte — „Wirksamkeit so, wie jeder russische Unterthan,“ sagte der Advokat mit einer Verbeugung.
Aleksey Aleksandrowitsch seufzte und faßte sich; da er sich einmal entschlossen hatte, so fuhr er fort mit seiner pfeifenden Stimme, ohne in Verlegenheit zu kommen oder stecken zu bleiben, und gewisse Worte besonders hervorhebend.
„Ich habe das Unglück,“ begann Aleksey Aleksandrowitsch, „ein betrogener Ehegatte zu sein und wünsche auf dem Wege des Gesetzes die Beziehungen zu meinem Weibe abzubrechen, das heißt mich von ihr scheiden zu lassen; jedoch in der Weise, daß mein Sohn nicht bei der Mutter verbleibt.“