„Aber welches Verbrechen, Euch nicht einmal anzumelden! Schon lange da? War ich da gestern bei Dussot und sehe wohl am Brett ‚Karenin‘; daß du das aber wärest, habe ich nicht vermutet“ — sagte Stefan Arkadjewitsch, den Kopf in das Wagenfenster hineinsteckend. „Sonst wäre ich ja zu dir gekommen. Wie ich mich freue, dich zu sehen,“ sagte er, mit den Füßen aneinanderklappend, um den Schnee von ihnen zu entfernen, „aber welch ein Verbrechen, mich nichts wissen zu lassen!“ wiederholte er dann.
„Ich hatte gar keine Zeit übrig und bin sehr in Anspruch genommen,“ versetzte Aleksey Aleksandrowitsch mürrisch.
„Aber komm doch einmal mit zu meiner Frau; sie möchte dich so gern einmal sehen.“
Karenin schlug sein Plaid zurück, unter dem seine kalten Füße eingewickelt waren und begab sich, den Wagen verlassend, durch den Schnee zu Darja Aleksandrowna.
„Was ist das, Aleksey Aleksandrowitsch, warum umgeht Ihr uns so?“ frug ihn Dolly lächelnd.
„Ich bin sehr beschäftigt gewesen; freue mich aber sehr, Euch wiederzusehen,“ antwortete er in einem Tone, der deutlich verriet, daß er über das Zusammentreffen mißgelaunt war. „Wie befindet Ihr Euch?“
„Nun; was macht meine liebe Anna?“
Karenin murmelte einige Worte und wollte dann gehen, doch Stefan Arkadjewitsch hielt ihn zurück.
„Was machen wir morgen? Dolly, bitte Karenin doch zum Essen! Wir wollen Koznyscheff und Peszoff noch einladen, damit wir ihn mit Moskauischer Intelligenz bewirten können.“