Aleksey Aleksandrowitsch hatte schon früher den Grafen Anitschkin nicht geliebt und war stets in Meinungsverschiedenheit mit jenem gewesen, jetzt aber konnte er sich eines für Beamte verständlichen Hasses nicht erwehren, wie ihn ein Mann, der im Dienst eine Schlappe erlitt, gegen einen anderen empfindet, welcher eine Beförderung erhalten hat.
„Hast du ihn denn schon gesehen?“ frug Aleksey Aleksandrowitsch mit boshaftem Lächeln.
„Gewiß; er war gestern bei uns im Gericht. Es scheint, als ob er die Geschäfte ausgezeichnet verstände und sehr thätig wäre.“
„Allerdings, doch worauf richtet sich seine Thätigkeit?“ sagte Aleksey Aleksandrowitsch, „darauf etwa, etwas auszuführen, oder darauf, das noch einmal zu thun, was schon ausgeführt ist? Das Unglück unseres Staates ist dessen Aktenwirtschaft in der Verwaltung, deren würdiger Repräsentant er ist.“
„Nein, wahrhaftig, ich wüßte nicht, was ich an ihm zu verurteilen hätte. Seine Richtung kenne ich nicht, nur Eines weiß ich, daß er ein vorzüglicher Mensch ist,“ antwortete Stefan Arkadjewitsch. „Wir haben zusammen gefrühstückt und ich habe ihm dabei gezeigt, weißt du, wie man jenes Getränk, Wein mit Apfelsine bereitet. Es erfrischt außerordentlich und ich wunderte mich nur, daß er es noch nicht kannte, es gefiel ihm sehr. Nein, es ist wahr, er ist ein ganz vortrefflicher Mensch.“ Stefan Arkadjewitsch schaute nach der Uhr. „Herr Gott, schon fünf, und ich muß noch zu Dolgowuschin! Also bitte komm doch zum Essen; du kannst dir nicht vorstellen, wie du meine Frau und mich kränken würdest“ —
Aleksey Aleksandrowitsch begleitete seinen Schwager schon nicht mehr ganz in derselben Stimmung hinaus, in der er denselben begrüßt hatte.
„Ich habe es versprochen und werde kommen,“ antwortete er düster.
„Sei überzeugt, daß ich dies zu schätzen weiß und, daß ich hoffe, du wirst es nicht bereuen,“ versetzte Stefan Arkadjewitsch lächelnd. Im Gehen seinen Paletot anziehend, tippte er den Diener mit der Hand auf den Kopf, lachte und ging hinaus.
„Um fünf Uhr also, bitte!“ rief er noch einmal, sich an der Thür zurückwendend.