Sie schrieb die Anfangsbuchstaben: „D. W. D. V. U. V. K. W. G. I.“, das sollte bedeuten: „Daß wir doch vergeben und vergessen könnten, was gewesen ist!“
Er nahm die Kreide mit zitternden Fingern, zerbrach sie und schrieb die Anfangsbuchstaben des folgenden: „Ich habe weder zu vergessen, noch zu vergeben; ich habe nie aufgehört, Euch zu lieben!“
Sie blickte ihn an mit unverändertem Lächeln.
„Ich habe verstanden,“ antwortete sie flüsternd.
Er setzte sich nieder und schrieb einen langen Satz. Sie verstand alles und frug ihn nicht, ob sie richtig verstanden habe; sie nahm die Kreide und antwortete sogleich.
Lange Zeit vermochte er nicht zu erkennen, was sie geschrieben hatte, und er blickte ihr häufig in die Augen. Es wurde ihm dunkel vor Glück. Es gelang ihm nicht, die Worte zu interpretieren, die sie meinte, aber in ihren wunderschönen, von Seligkeit schimmernden Augen erkannte er alles, was ihm zu wissen nötig war, und er schrieb drei Buchstaben, war aber noch nicht fertig damit, als sie schon seiner Hand nachgelesen hatte und selbst vollendete, indem sie als Antwort ein „Ja“ niederschrieb.
„Spielt Ihr da ‚Sekretär‘?“ frug jetzt herantretend der alte Fürst. „Wir müssen nun fort, wenn du rechtzeitig ins Theater willst.“
Lewin erhob sich und begleitete Kity bis zur Thür.
In ihrer Unterhaltung war alles gesagt worden; es war nun ausgesprochen, daß sie ihn liebte, und ihren Eltern mitteilen wolle, daß er morgen früh zu ihnen kommen würde.