„O doch, wir wollen dir ein Falltuch unterbreiten und dich auffangen. Ich begreife dich, begreife, du kannst es nicht auf dich nehmen, deinen Wünschen, deinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.“

„Ich wünsche nichts, gar nichts — nur das Eine, es möchte bald vorbei sein.“

„Aber er sieht und weiß das ja. Denkst du denn, er litte etwa weniger als du? Du marterst dich und er martert sich, und was soll daraus hervorgehen? Da eine Trennung alles löst“ — Stefan Arkadjewitsch brachte diesen wichtigen Gedanken nicht ohne Überwindung heraus und blickte sie jetzt bedeutungsvoll an.

Sie antwortete nicht und schüttelte nur verneinend ihr frisiertes Haupt, aber an dem Ausdruck des plötzlich in der alten Schönheit wieder aufglänzenden Gesichts erkannte er, daß sie die Scheidung nur deshalb nicht wünschte, weil sie ein solches Glück für unmöglich hielt.

„Ihr thut mir unsäglich leid, und wie glücklich würde ich sein, könnte ich die Sache in Ordnung bringen,“ fuhr Stefan Arkadjewitsch fort, schon kühner lächelnd. „Sprich nicht, sprich gar nichts! Wenn mir doch Gott die Gabe verliehen hätte, so zu reden, wie ich fühle. Ich werde zu deinem Manne gehen.“

Anna blickte ihn mit sinnenden, glänzenden Augen an, ohne etwas zu erwidern.

22.

Stefan Arkadjewitsch trat mit dem nämlichen, etwas feierlichen Gesicht, mit welchem er sich sonst in seinem Vorsitzsessel im Gericht niederließ, in das Kabinett Aleksey Aleksandrowitschs. Dieser ging, die Hände auf den Rücken gelegt, im Gemach auf und ab und sann nach, was wohl Stefan Arkadjewitsch mit seiner Frau gesprochen habe.

„Ich störe dich doch nicht?“ frug Stefan Arkadjewitsch, bei dem Anblick des Schwagers plötzlich ein ihm ungewohntes Gefühl von Verlegenheit verspürend. Um diese Verlegenheit zu verbergen, zog er ein soeben erst gekauftes, mit einer neuen Mechanik zum Öffnen versehenes Cigarettenetui hervor und nahm sich eine Cigarette.

„Nein. Du wünschest etwas von mir?“ frug Aleksey Aleksandrowitsch mißlaunig.