„Dies hängt von Euch ab,“ wiederholte er; „ich wollte sagen — ich wollte sagen — ich bin deshalb gekommen, damit — Ihr mein Weib würdet“ — sagte er, ohne zu wissen, was er sprach; aber im Gefühl, daß er das Furchtbare gesprochen hatte, stockte er und schaute sie an.
Sie atmete schwer, ohne den Blick zu ihm zu erheben; ein Entzücken durchrieselte sie; ihre Seele war voll Glück. Nie hätte sie erwartet, daß das Geständnis seiner Liebe zu ihr auf sie einen so mächtigen Eindruck machen würde. Doch dies währte nur einen Augenblick; sie erinnerte sich Wronskiys und sie erhob ihre hellen, offenen Augen zu Lewin; als sie sein verzweiflungsvolles Gesicht bemerkte, antwortete sie:
„Es kann nicht sein — vergebt mir.“
Wie nahe war sie noch vor einer Minute ihm gewesen, wie wertvoll war sie ihm da noch für das Leben — und wie fremd stand sie jetzt vor ihm, wie weit!
„Es mußte so kommen,“ sprach er, ohne sie anzublicken.
Er verneigte sich und wollte gehen.
14.
In diesem Moment erschien die Fürstin. Auf ihrem Antlitz malte sich Erschrecken, als sie die beiden allein erblickte, mit ihren zerstreuten Mienen.
Lewin verbeugte sich vor ihr, ohne ein Wort zu reden. Kity schwieg, ohne das Auge zu erheben. „Gott sei Dank, sie hat refüsiert,“ dachte die Mutter und ihr Gesicht erglänzte in dem gewohnten Lächeln, mit dem sie des Donnerstags ihre Gäste zu bewillkommen pflegte. Sie ließ sich nieder und begann Lewin über das Leben auf dem Lande zu befragen. Auch er nahm Platz, die Ankunft der Gäste erwartend, um so unbemerkt den Salon verlassen zu können.