„Aber aus welchem Grunde denkst du denn?“ —

„Ich denke gar nichts; ich weiß nur: dafür haben wir Augen, die Weiber aber nicht. Ich sehe mir den Mann an, welcher ernste Absichten hat, dies ist Lewin; ich sehe aber auch die Wachtel, den Zungendrescher, der sich nur zerstreuen will.“

„Ah, das setzest du dir doch auch nur in den Kopf.“

„Nun, entsinnest du dich, — jetzt ist es freilich zu spät — wie es mit der Dolly war?“

„Genug, genug, wir wollen nicht weiter davon reden,“ hemmte die Fürstin seinen Redefluß, der unglücklichen Dolly gedenkend.

„Laß gut sein; schlaf wohl!“

Sie bekreuzten beide einander und küßten sich; dann verließen sich die Gatten im Gefühl, daß jeder von ihnen bei seiner eigenen Meinung blieb.

Die Fürstin war anfänglich fest überzeugt gewesen, daß der heutige Abend über das Schicksal Kitys entschieden habe und daß kein Zweifel über die Absichten Wronskiys mehr obwalten könne, aber die Worte des Gatten beunruhigten sie jetzt, und als sie in ihren Gemächern angelangt war, wiederholte sie ganz ebenso wie Kity voll Schrecken vor der verborgenen Zukunft mehrmals in ihrem Innern die Worte: „O Gott erbarme dich, erbarme dich!“

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