Oblonskiy und Wronskiy sahen beide den unförmlich gewordenen Leichnam und der Erstere war augenscheinlich hiervon tief ergriffen. Er wurde traurig und schien fast in der Stimmung zu sein, Thränen zu vergießen.

„O, welches Entsetzen! Ach, Anna, hättest du das gesehen, o welch ein Unglück!“ rief er aus.

Wronskiy schwieg; sein hübsches Gesicht war nur ernst, aber es blieb vollkommen ruhig.

„Hättet Ihr das gesehen, Gräfin,“ fuhr Stefan Arkadjewitsch fort, „auch sein Weib war dabei. Es war ein furchtbarer Anblick, dieses zu sehen. Es warf sich über den Toten; man sagt, er allein habe seine sehr zahlreiche Familie erhalten. Dies ist das Unglück!“ —

„Kann man denn nicht etwas thun für die Frau?“ frug die Karenina in aufgeregt flüsterndem Tone.

Wronskiy blickte sie an und verließ sogleich den Waggon.

„Ich werde sofort wiederkommen, maman,“ sagte er, sich an der Thür nochmals umwendend.

Als er nach Verlauf mehrerer Minuten zurückkam, hatte sich Stefan Arkadjewitsch bereits mit der Gräfin über die neue Sängerin unterhalten, während diese gespannt nach der Waggonthür schaute, den Sohn erwartend.

„Jetzt wollen wir gehen,“ sagte Wronskiy, hereintretend.

Sie gingen alle zusammen hinaus. Wronskiy ging voran mit seiner Mutter; hinter dieser Karenina mit ihrem Bruder. Am Eingang trat der Stationsvorsteher an Wronskiy heran, der von ihm eingeholt worden war.