Als Stefan Arkadjewitsch verschwunden war, wandte sich Anna nach dem Diwan, auf welchem sie sich, von den Kindern umringt niederließ. War es, weil die Kinder gesehen hatten, daß Mama gut mit Tante war, oder war es, daß sie selbst an ihr einen eigentümlichen Reiz verspürten; genug, die beiden ältesten, und nach ihnen die jüngeren, hatten sich wie das gewöhnlich bei Kindern der Fall zu sein pflegt, schon bis zur Mittagstafel hin an die neue Tante gemacht und wichen nicht von ihrer Seite.
Es hatte sich eine Art Spiel unter ihnen arrangiert, welches darin bestand, daß man sich so eng als möglich neben die Tante zu setzen suchte, sich an sie anschmiegte, ihre kleine Hand festhielt, sie küßte, mit ihrem Ringe spielte oder doch wenigstens die Fransen ihres Kleides zu berühren strebte.
„Jetzt wollen wir wieder sitzen, wie vorher,“ sagte Anna Arkadjewna, sich auf ihren Platz niederlassend.
Grischa steckte wiederum seinen Kopf unter ihre Hand, schmiegte sich in die Falten ihres Kleides und strahlte vor Stolz und Glück.
„Also jetzt hat man hier wohl einen Ball?“ wandte sich Anna an Kity.
„In nächster Woche. Es wird ein schöner Ball werden; einer von jenen auf denen es stets recht lustig ist.“
„Giebt es denn solche, auf denen es stets lustig ist?“ frug Anna mit feinem Lächeln.
„Die Frage ist eigentümlich. Gewiß! Bei den Bobwischtscheff ist es stets lustig, bei den Nikitin auch, allerdings bei den Meschkowy ist es immer langweilig. Habt Ihr dies denn noch nicht bemerkt?“
„Nein, mein Kind, für mich giebt es keine solchen Bälle mehr, auf denen es stets lustig ist,“ antwortete Anna; Kity gewahrte in ihren Augen wieder jene sonderbare Welt, die ihr nicht zugänglich war.
„Für mich giebt es nur solche, auf denen es zum mindesten langweilig ist.“