„Ihr fahrt bestimmt zum Theater?“ sagte er, sie geflissentlich nicht ansehend.

„Weshalb fragt Ihr so voll Furcht?“ antwortete sie, aufs neue verletzt davon, daß er sie nicht anblickte, „weshalb sollte ich nicht?“ —

Sie schien den Sinn seiner Worte gar nicht zu verstehen.

„Natürlich, nicht die geringste Ursache, warum man es nicht thun sollte,“ antwortete er finster werdend.

„Das sage ich eben auch,“ versetzte sie, mit Absicht keine Ironie in ihren Ton legend, und ruhig den schmalen, duftenden Handschuh umwendend.

„Anna, um Gott! Was ist mit Euch?“ frug er, sie zur Besinnung bringend, ganz ebenso, wie einst ihr Mann zu ihr gesprochen hatte.

„Ich verstehe nicht, wonach Ihr fragt.“

„Ihr wißt, es ist unmöglich ins Theater zu fahren.“

„Warum? Ich fahre ja nicht allein. Die Fürstin Barbara geht, um sich anzukleiden, sie wird mit mir fahren.“