„Aber was hat sie denn gethan?“
„Mir hat es mein Mann erzählt — sie hat die Karenina beleidigt. Ihr Mann hatte mit dieser über die Loge hinüber gesprochen, und die Kartasowa ihm darauf eine Scene gemacht. Sie hat, wie er mir erzählt, sich laut in kränkender Weise ausgesprochen und ist dann gegangen.“
„Graf, Mama läßt Euch rufen,“ sagte die Fürstin Sorokina, aus der Thür der Loge blickend.
„Ich warte schon lange auf dich,“ sprach die Mutter zu ihm, sarkastisch lächelnd. „Man sieht dich ja gar nicht mehr.“
Der Sohn erkannte, daß sie ein Lächeln der Freude nicht unterdrücken konnte.
„Guten Tag, Maman; ich kam eben zu Euch,“ sagte er kühl.
„Warum gehst du denn nicht, faire la cour à madame Karènine?“ fügte sie hinzu, als die Fürstin Sorokina weggetreten war. „Elle fait sensation. On oublie la Patti pour elle.“ —
„Maman, ich bat Euch, nur nicht hiervon zu sprechen,“ antwortete er sich verfinsternd.
„Ich spreche nur das, was alle sprechen.“
Wronskiy erwiderte nichts, und ging wieder, nachdem er der Fürstin Sorokina noch einige Worte gesagt hatte. In der Thür begegnete er seinem Bruder.