Selbst Sergey Iwanowitsch, der gleichfalls auf die Freitreppe herausgetreten war, erschien ihm unangenehm mit jener geheuchelten Freundlichkeit, mit der er Stefan Arkadjewitsch begegnete, obwohl doch Lewin wußte, daß sein Bruder Oblonskiy weder liebte noch achtete.

Selbst Warenka — selbst diese war ihm zuwider, dadurch, daß sie sich mit ihrem Ausdruck sainte nitouche mit diesem Herrn da bekannt gemacht hatte, obwohl sie doch nur daran dachte, wie sie wohl einen Mann bekommen könne. Am allerverhaßtesten aber war ihm Kity, da sie sich dem nämlichen Tone der Heiterkeit hingab, mit welchem dieser Herr, wie an einem Festtag, für sich und alle, seine Ankunft auf dem Dorfe betrachtete, und sie war ihm ganz besonders unangenehm durch das eigenartige Lächeln, mit welchem sie dem seinigen antwortete.

In geräuschvoller Unterhaltung gingen alle in das Haus; man hatte sich aber kaum niedergelassen, als Lewin sich wandte und hinausging.

Kity sah, daß in ihrem Manne etwas vor sich ging. Sie wollte eine Minute erhaschen, um mit ihm allein zu sprechen, er aber beeilte sich, vor ihr fortzukommen, indem er sagte, er müsse nach dem Comptoir.

Seit langem waren ihm die Wirtschaftsangelegenheiten nicht so wichtig erschienen, als jetzt. „Sie haben hier immer Feiertag,“ dachte er, „hier aber giebt es Arbeiten, die nicht müßiger Natur sind, welche nicht warten, und ohne die man nicht existieren kann.“

7.

Lewin kehrte erst nach Hause zurück, als man ihn zum Abendessen hatte rufen lassen. Auf der Treppe stand Kity und Agathe Michailowna in der Beratung über die Weine für das Abendessen.

„Aber wozu solchen Aufwand machen? Setzt doch vor, was es gewöhnlich giebt.“

„Nein; Stefan trinkt nicht — aber Konstantin, so warte doch, was ist denn mit dir?“ rief Kity, ihm nacheilend; er aber ging unbarmherzig, ohne auf sie zu warten, mit großen Schritten nach dem Salon und mischte sich sofort in das allgemeine, lebhafte Gespräch, das hier Wasjenka Wjeslowskij und Stefan Arkadjewitsch unterhielten.

„Nun, fahren wir morgen zur Jagd?“ sagte Stefan Arkadjewitsch.