„Ja; du fühlst es wohl, würdest ihm aber dein Vermögen doch nicht geben,“ sagte Stefan Arkadjewitsch, gleichsam mit Absicht Lewin zusetzend.
In letzter Zeit war zwischen den beiden Schwagern eine Art von verborgenem, feindseligem Verhältnis eingetreten; seit der Zeit, seit welcher sie mit den Schwestern verheiratet waren, hatte sich zwischen ihnen gleichsam ein Rivalentum darin entwickelt, wer sein Leben besser fundiert hätte, und jetzt kam diese Gegnerschaft in einem Gespräch zum Ausdruck, welches einen persönlichen Charakter anzunehmen begann.
„Ich werde es ihm deshalb nicht geben, weil es niemand von mir fordert, und wenn ich selbst wollte, würde ich es nicht können,“ versetzte Lewin, „wie überhaupt niemand.“
„Gieb es nur dem Bauer hier; er wird dir nicht abschläglich antworten.“
„Ja; aber wie soll ich es ihm geben? Soll ich mit ihm hinfahren und ihm einen Kaufbrief ausstellen?“
„Ich weiß nicht; doch wenn du überzeugt bist, daß du nicht das Recht hast“ —
„Ich bin durchaus nicht überzeugt hiervon; im Gegenteil fühle ich, daß ich nicht das Recht habe, zu verschenken, daß ich Verbindlichkeiten meinem Boden, wie meiner Familie gegenüber habe.“
„Nein doch; gestatte; wenn du urteilst, daß diese Ungleichheit eine ungerechte sei, weshalb handelst du dann nicht so?“
„Ich handle ja so; nur aber negativ; in dem Sinne, daß ich mich nicht bemühen will, jenen Unterschied der Lage, welcher zwischen mir und jenem besteht, noch zu vergrößern.“