„Ihr habt es gestern übertrieben, Konstantin Dmitritsch,“ sagte er; „zehn Werst sind wir gar nicht auf dem Weg gefahren.“

Die andere Unannehmlichkeit, die im ersten Augenblick seine gute Laune verdarb, über die er indessen später viel lachte, bestand darin, daß von dem ganzen Vorrat an Lebensmitteln, der von Kity in solcher Fülle mitgegeben worden war, daß es schien, als könne er in einer Woche nicht aufgezehrt werden, nichts mehr übrig war.

Müde und hungrig von der Jagd heimkehrend, hatte Lewin so lebhaft von den Pasteten geträumt, daß er, dem Quartier näher kommend, schon den Duft und den Geschmack derselben im Munde witterte, wie Laska das Wild, und sogleich Philipp befahl, sie ihm zu bringen. Da aber stellte sich heraus, daß nicht nur keine Pasteten, sondern auch keine jungen Hühner mehr da waren.

„Es gab schon Appetit,“ sagte Stefan Arkadjewitsch lachend, auf Wasjenka Wjeslowskij weisend; „ich leide doch nicht gerade Mangel an Appetit, aber dies war bewundernswert“ —

„Nun, aber was jetzt thun!“ sagte Lewin, mürrisch auf Wjeslowskij blickend; „Philipp, so gieb mir Rindfleisch!“

„Das Rindfleisch haben wir gegessen und die Knochen den Hunden gegeben,“ antwortete Philipp.

Lewin ärgerte sich hierüber so, daß er voll Verdruß sagte: „Hätten sie mir auch nur wenigstens etwas übrig gelassen!“ und das Weinen stand ihm nahe.

„So weide denn ein Stück Wildbret aus,“ sagte er mit bebender Stimme zu Philipp, es vermeidend, Wasjenka anzublicken, „und lege Nesseln dazu. Laß dir wenigstens etwas Milch für mich geben.“

Bald darauf indessen, nachdem er die Milch getrunken hatte, that es ihm leid, daß er seinen Verdruß einem fremden Menschen gegenüber ausgesprochen hatte, und er begann über seinen hungrigen Zorn zu lachen.