„Es ist gestern die Feder gebrochen,“ antwortete der Diener.
„Dann nehmt den Tarantaß, aber schnell! Wo ist der Besuch?“
Sie gingen nach seinem Zimmer.
Lewin traf Wasjenka gerade, als dieser, der seine Sachen aus dem Koffer ausgepackt und neue Romanzen aufgeschlagen hatte, Gamaschen zum Reiten anprobierte.
Lag nun im Gesicht Lewins etwas Besonderes, oder empfand Wasjenka selbst, daß ce petit brin de cour, den er angestiftet, in dieser Familie unstatthaft wäre; genug, er wurde ein wenig — soviel dies eben ein Weltmann werden kann — verlegen beim Eintritt Lewins.
„Ihr wollt in Gamaschen reiten?“
„Ja; das ist bei weitem sauberer,“ sagte Wasjenka, den feisten Fuß auf einen Stuhl stellend, und die unterste Schnalle zumachend, wobei er heiter lächelte.
Er war unzweifelhaft ein ganz guter Mensch und that Lewin leid. Dieser kämpfte mit sich selbst, als Herr des Hauses, als er die Schüchternheit im Blick Wasjenkas wahrnahm.
Am dem Tische lag ein Stück eines Stockes, den sie am Morgen beim Turnen zusammen zerbrochen hatten, indem sie probierten, den Barren zu heben. Lewin nahm den Trümmer in die Hand und begann, da er nicht wußte, wie er anfangen sollte, das zersplitterte Ende rund herum abzubrechen.
„Ich wollte —“ er verstummte, sagte aber dann plötzlich, Kitys gedenkend und alles dessen, was geschehen war, und ihm entschlossen in die Augen blickend, „ich habe befohlen, für Euch anspannen zu lassen.“